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Aspekte der Freien Improvisation
 
   
 
 
 

 

Millefleurs und Gäste

 

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Ensemble Millefleurs    improvisierte Vokalmusik

Katja Erny Muriel Fankhauser Kinga Meszaros Dominique von Hahn Julie Bell Christoph Schiller

 

Millefleurs besteht seit 1999, in der derzeitigen kleinen Besetzung seit 2003. In der Vergangenheit brachte das Ensemble regelmässig Programme mit alter und neuer Vokalmusik zur Aufführung, in jüngerer Zeit singt Millefleurs vermehrt Konzerte mit frei improvisierter Musik.

In der improvisierten Musik von Millefleurs verbinden sich Tugenden des Chorsingens – klangliche Integration und vor allem der  Verzicht auf solistisches Gebaren – mit einem englischen Improvisationsansatz zu einer unprätentiösen vokalen Kammermusik.

 

 

Millefleurs und Gäste - eine Konzertreihe

 

Die Musik des frühbarocken englischen Komponisten Richard Dering in Konfrontation mit der improvisierten neuen Musik des Ensemble Millefleurs ist das Thema dieser Serie von 4 Konzerten. In jedem Konzert ist ein improvisationserfahrener Gastmusiker (oder eine Gruppe) eingeladen, der durch seinen jeweiligen musikalischen Ansatz jedes Mal neue Facetten von Derings Musik und der improvisierten Musik zum Aufscheinen bringt.

Die Programme sind jeweils auf die Gäste - oder besser, die Konstellation, die sie zusammen mit Millefleurs ergeben - zugeschnitten. Ausgangspunkte sind immer die Musik von Richard Dering und die freie Improvisation. Das sechsstimmige Stück "If sorrow" kehrt zudem als roter Faden in jedem Programm in immer neuer Gestalt wieder.

 

Richard Dering lebte von 1580-1630 und war demnach ein Zeitgenosse Monteverdis. Es ist anzunehmen, dass er zunächst in England lebte und später eine gewisse Zeit in Italien und in Holland verbrachte. In seinem Werk sind zwei Stilepochen auszumachen, eine frühe - englische Renaissance-Polyphonie (englische Texte) - und eine spätere - italienische "Neue Musik", also generalbassgestützte Madrigale und Canzonetten (italienische Texte). Derings "prima und seconda pratica", wie es im Vorwort der Ausgabe der "Musica Britannica" mit Derings weltlicher Vokalmusik heisst.

Diese beiden Ansätze lassen sich auf die improvisierte neue Musik eigentlich in ähnlicher Weise  anwenden wie auf die frühbarocke: auf der einen Seite eine eher flächige, gross strömende Musik, mit inneren Bezügen zwischen den Stimmen, nach aussen aber eher einheitlich, und auf der anderen Seite die barocke "Wirkungsästhetik", mit Brüchen, oft kleinteilig, fragmenthaft expressiv bis fast collagehaft.

Ohne diese Aspekte speziell herausstellen zu müssen, wird sich in der Umgebung der alten Musik der Blick auf die neue Musik verändern, wie auch vice versa. Eine spielerische Annäherung an die Fragen von €sthetik, Ausdruck, Wirkung, künstlerischen Grundfragestellungen also.

 

 

 
 
info: christoph schiller at cmschiller@tiscali.ch
 
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Stand: 19.05.2006