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Aspekte der Freien Improvisation
 
   
 
 
 

Aspekte der Freien Improvisation

Die Improvisation ist die ursprünglichste Form des Musizierens: mit der Stimme oder einem Instrument erzeuge ich Klänge aus Lust am Klang, zeichne ich melodische Gesten aus Lust an der Gestalt, vielleicht forme ich sogar kleine Stücke, musikalische Verläufe, die nicht das Resultat wochenlangen Übens sind, sondern Ausdruck meiner gegenwärtigen Befindlichkeit.
"Erfindungen", wie wir sie verstehen, sind frei von stilistischen Abgrenzungen. Bei der Verarbeitung unserer musikalischen Einfälle folgen wir dennoch einer streng strukturierenden "Syntax". Was wiederum nicht heisst, dass einer von uns vor Beginn wüsste, was in dessen Verlauf passieren und wie lange es dauern würde.
Vielleicht gibt es keine erfüllendere Form des Musizierens als die der Improvisation.

 

Vom Potential einer musikalischen Geste

Unter diesem Titel suchen wir, Hansjürgen Wäldele und Nicolas Rihs, in 4 Matineen mit Musik, Reflexion und Diskussion und 1 Nocturne-Konzert neue Wege der Auseinandersetzung mit musikalischen Grundfragen.
Dies ist ein Versuch Theorie und Praxis in einer Veranstaltung zu verbinden, der/m BesucherIn ein kommentiertes Konzert bzw. ein illustriertes Seminar zu bieten.
Ziel dieser experimentellen kulturellen Initiative ist uns die Begegnung von Musikschaffenden und Musikliebhabern in immer neuen Formen.

Im ersten Jahr waren es vor allem elementare musikalische Fragestellungen wie die unterschiedliche Haltung von Solist und Ensemblemusiker, Idiome, Reflexion, Missverständnis und Fehlleistung und der Aspekt des absoluten Spiels in der Freien Improvisation. Zu jedem Thema haben wir eine Musikerpersönlichkeit eingeladen, deren Wirken für uns in unmittelbarer Beziehung zu der Thematik einer Matinee stand. Es waren dies Matthias Arter, Rudolf Lutz, Alfred Zimmerlin, Walter Fähndrich und John P. Mac Keown.

Im zweiten Jahr brachten die Gäste ein eigenes Thema, das ihnen besonders am Herzen lag. JedeR MusikerIn hatte sein Steckenpferd, das sich wie ein roter Faden durch ihr/sein Schaffen zieht. Themen wie „Improvisierte Musik im Internet“, „An den Rändern der Sprache“, „Präparieren, Manipulieren“, „Mehrstimmiges Blasen“, bildeten den Focus der Veranstaltungen. Die Gäste waren Peter K Frey, Marianne Schuppe, Christoph Schiller und Lukas Rohner.

Dieses Jahr haben wir Hans-Jürg Meier, Philippe Micol, Michel Seigner und Urban Mäder zum Thema: „Wie „frei“ ist Freie Improvisation?, Wo mündet Freiheit in Beliebigkeit? Von der Kraft der Grenzen und der Lust ihrer Beschreitung" eingeladen.
Freiheit ist das höchste Gut – dies scheint ein modernes Dogma zu sein, dem nicht gerne widersprochen wird. Aber wie frei kann eine Gesellschaft sein? Wie frei ist die Kunst? Die Musik? Die „Freie Improvisation“?
Entstehen Spielräume nicht erst durch Grenzen? Liegt nicht in der Beschränkung der Keim der Form? Aber vielleicht ist es ja die Freiheit des Künstlers, seine Grenzen selbst zu setzen, sie zu beschreiten oder zu verwerfen. Vielleicht ist gerade hier ein Feld, in dem sich die Improvisation und Komposition besonders nahe sind
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Michel Seigner

1946. Komponist , Sounddesigner und Gitarrist.
Autor von Bühnenmusik und Musiktheater an Bühnen in Zürich, Paris, Milano, Freiburg i.Brg.
1977-1986 Musikalischer Leiter des Teatro del Sole, Milano.
Autor zahlreicher Filmmusiken (CH/D), u.a. für "Schwarzfahrer" (Academy Award 1994 for best short film).
Klangkonzepte, Musik und Sounddesign für interaktive Räume (Audiovisuelle Environments und CD-Rom). Lehrtätigkeit auf dem Bereich Musik und Sound an der Hochschule für Gestaltung und Kunst, Zürich (Studienbereich Neue Medien) seit 1998.
Internationale Konzerttätigkeit als improvisierender Musiker, vorwiegend mit dem Trio KARL ein KARL.

 

 

Urban Mäder

geboren 1955 in Romanshorn, lebt mit seiner Familie in Luzern. Lehrtätigkeit an der Musikhochschule Luzern (Klavier- und Gruppenimprovisation, Kammermusik). Rege Tätigkeit als Komponist und Improvisator. Entwickelt auch sogenannt installative Musik im interdisziplinären Kontext. Mitbegründer des Forum Neue Musik Luzern. Zahlreiche Kompositionsaufträge, Werkverzeichnis mit über 50 Werken.

 

Philippe Micol

geboren 1955, lebt seit einigen Jahren in Duisburg. Über eine klassische Ausbildung, die Beschäftigung mit Neuer und Experimenteller Musik sowie mit neuen Tendenzen im Jazz kam er zur Improvisierten Musik. 1982 Initiator der Werkstatt für Improvisierte Musik Bern. Klarinettist, Saxophonist, Interpret experimenteller Musik , Komponist, Improvisator. Zusammenarbeit mit Performance-Künstlerinnen, internationale Konzerttätigkeit, Rundfunkproduktionen, Kollaboration in interdisziplinären Zusammenhängen. Auch in vielen Projekten anderer Musiker und Künstler beteiligt. Aufenthalte in Berlin 1984 und 1993 in NYC. Mit Ruth Bamberg arbeitet er seit 1995 an Klang/Video-Projekten. Gemeinsame Buchveröffentlichung im Autorenverlag Matern. Elektronische Musik. Verschiedene Tonträger bei Unit Records Switzerland und NurNichtNur, Kleve, und im Eigenverlag.

"... Philippe Micol ist ein Tüftler, ein Forscher, ein Suchender; keiner, der definitive Meinungen hinstellt, keiner, dem der Klang so und derart absolut wäre. Micol ist eher ein Jongleur, ein Mobilekünstler."

Jazzthetik

 

Hans-Jürg Meier

1964 geboren in Thalwil, aufgewachsen in Rüschlikon ZH
1987-90 Chorleiterkurse bei Karl Scheuber und Stephan Simeon
1989-94 Blockflötenstudium bei Conrad Steinmann an der Schola Cantorum Basiliensis
1990-95 Kompositionsstudium bei Roland Moser an der Musikhochschule Basel
Meisterkurse bei Pedro Memelsdorff
mehrmalige Teilnahme an der Werkstatt für Neue Musik am Konservatorium Biel bei Gerd Lünenbürger
1994-99 Mitglied des Blockflötentrios Six hands
seit 1994 Konzerte vorwiegend mit Neuer Musik
Kompositionen für Instrumentalensembles und Chor, oft unter Einbezug von räumlichen Aspekten
Klangperformances und Klanginstallationen
1997-2001 Mitarbeit im Kaskadenkondensator im Warteck p.p., Basel (Raum für Musik, Performance und Kunst)
seit 1997 Chorleiter von banda di voci, Konzertprogramme mit alter und neuer Musik, oft mit choreographischen Elementen
interdisziplinäre Arbeiten (Film, Theater, bildende Kunst)
Klanginstallationen
seit 1998 Beschäftigung mit frei improvisierter Musik:
Duo mit Christoph Schiller, Klavier
Quartett babels besen mit Margarete Huber, Stimme; Markus Wettstein, Metallobjekte und Melodica (beide Berlin); Christoph Schiller und Hans-Jürg Meier (beide Basel)
1999/2000 Dirigierkurse an der Musikhochschule Zürich bei Tsung Yeh
seit 1999 Mitarbeit in der künstlerischen Leitung des Festival für improvisierte und komponierte zeitgenössische Musik, Basel
2001 Mit babels besen Gewinner des Preises Marguerite de Reding
seit 2002 Chorleiter vom Capriccio-Chor, Birsfelden
2005 Mitglied des Istituto Svizzero di Roma

Weitere Daten sind auf folgenden Homepages zu finden:
www.musicedition.ch oder www.musinfo.ch

 

 

Hansjürgen Wäldele

Musikstudium mit den Hauptfächern Oboe und Musiktheorie/Komposition in Basel. Verschiedene Ensembles (Getreidesilo, Trio adesso, Orpheus- Quintett Basel, Ensemble Neue Horizonte Bern, Ensemble Capricorn, Les roseaux chantants). Projekte mit improvisierter und komponierter Musik. Zahlreiche Uraufführungen. Soloprogramme. Kompositionen (vom Solo bis zur Oper). Kurse und Workshops. Lehrtätigkeit (Oboe und Methodik) an der Musik-Akademie Basel.

 

 

Nicolas Rihs

Improvisieren, Komponieren, Forschen (www.list-woodwind.net), Unterrichten (Fagott, Methodik an der Musik-Akademie Basel), Konzertieren (ON eAr LICkS, Ensemble Capricorn, Getreidesilo)

enseigne le basson et la méthodique à l'Académie de Bâle. Il est l'initiateur de divers programmes de concert : Getreidesilo, ON eAr LICkS, CH2N, Influence, Ouvertüren, Hommage. Il coordonne l'édition du «Lexicon of instrumental sound techniques for woodwinds» sur CD-Rom et Interne

 

 

 
 
Hansjürgen Wäldele 0(049)7626 1041
 
Nicolas Rihs 0(041)32 / 322 17 53
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Stand: 24.05.2006