harald kimmig
Aspekte der Freien Improvisation: Februar - Mai 2008
 
   
 
 
 

 

Harald Kimmig

 

Harald Kimmig Trio
Fr 1. Februar 19h00 Weil, Kulturzentrum Kesselhaus
So 3. Februar 18h00 Freiburg i Br., Dominikanerkloster St.Albert
Mo 4. Februar 19h00 Biel, Atelier Pia Maria
So 24. Februar 11h00 Basel, Imprimerie mit Rudolf Kelterborn/Roland Moser/Thomas Meyer

 

 

Der Musikalische Augenblick

Jede Musik ist Augenblicksmusik.
wenn wir Musik hören ist das in Jetzt-Zeit.
Jetzt entsteht sie und jetzt wird sie gehört.
Das Skript entsteht zu einem anderen Zeitpunkt. Bei einem komponierten Musikstück ist das uns allen klar, wie aber verhält es sich bei Improvisation? Der Musik, die wie keine andere den Augenblick für sich in Anspruch nimmt?
Gibt es da ein Skript?
Eine Methode? Eine Matrix?

Eindeutig und klar: ja.

Auch improvisierende Musiker erfinden die Musik nicht in jedem Augenblick neu: Sie fügen im musikalischen Augenblick individuelle und allgemeine musikalische und außermusikalische Erfahrungen zusammen:
Jeder musikalische Augenblick lebt von musikalischer Erfahrung: instrumentaltechnisch, formbewusst, stilbewußt, kreativ und kommunikativ.

Die Fähigkeit des improvisierenden Musikers besteht allein darin, in Gegenwärtigkeit, d.h. mit all der zu Verfügung stehenden Motorik, Emotion, Gedankenpotential (i.e. die außermusikalische Technik), mit hoher Bewusstheit über seine kreative, technische, musikhistorische und kommunikative Fähigkeit (i.e. die musikalische Technik) dem Klang einen Verlauf zu geben.

In dieser Gegenwärtigkeit trifft er immer neue Entscheidungen, verwirft Klänge, focussiert,, verfeinert sie. So kreiert er Ästhetik: im Verwerfen und Entscheiden schafft er allein oder mit anderen ein immer neues Klanggeflecht.
Erklingen der Musik und ihre Erfindung: in der Improvisation geschieht beides im selben Augenblick.
Hintergründe, Wissen und Erfahrungen wirken sich auf die Musik sowohl beim Komponisten als auch beim improvisierenden Musiker auf den Klang aus, das ist –obgleich dies ein Gemeinplatz ist - die gemeinsame Matrix, auf der alles geschieht. Sie wird nur anders genutzt.

Und so ist Augenblicksmusik gebettet in ein Regelwerk des Komponierens, der instrumentalen Technik, in den Geschmack der jeweiligen Zeit und in eine Tradition der Stile und der Rezeption. im Augenblicks-Musizieren sind das die Teile, deren sich der Musiker gemeinhin bewußt ist, die er anerkennt, hinterfrägt und gestaltet, jedoch
genau jetzt und im Einklang mit dem, was der innere Klang, und die innere klangliche Gestalt ist.

Harald Kimmig, 10. August 2007

 

Harald Kimmig

Im Grenzbereich zwischen Avantgarde-Jazz, Post-Free und E- Musik hat Harald Kimmig, geb.1956, sowohl in eigenen Gruppen als auch in Projekten u.a. mit Cecil Taylor, Steve Lacy oder John Tchicai sein eigenes Statement gesetzt. "Es ist immer die Musik selbst, die den Weg weist", bekennt er, " die mich immer wieder dazu auffordert, den Weg ins Unbekannte zu gehen, und das mache ich mir immer zur Aufgabe und höre und staune".

Harald Kimmig erhielt eine klassische Ausbildung von 1966 bis1974 und ergänzte seine Studien bei David Baker, Muneer B.Fenell, John Tchicai und Cecil Taylor. Seit 1984 ist der Geiger professioneller Musiker. Er gibt Solokonzerte spielte von 1984 bis 1995 in der Gruppe 'kxutrio' (mit Georg Wolf, Kontrabass u. H.Lukas Lindenmaier,
Schlagzeug), ist Co-Leader der Grossformation 'F-Orkestra', die neben Solisten wie Buddy Collette, Peter Kowald, Steve Lacy u.a. zahlreiche Musikperformances präsentierte (Schrottmusik 1988, Niggermusik?! 1993, Es Gab Cis De Fis 1996, Der Lärm der Freiheit 1999).

Als Solist arbeitete Harald Kimmig u.a. mit John Tchicai, Lee Konitz, Irene Schweizer, Maggie Nicols, Gunter Hampel, Sirone. Aus der mehrjährigen Zusammenarbeit mit Cecil Taylor gingen die beiden CDs 'Legba Crossing' und 'Corona: Looking' hervor.

Aus der Zusammenarbeit mit TänzerInnen/ChoreografInnen entstanden Performances wie 'Untitled Memories Gate 7' und 'Himmel und Erde'(mit Lilo Stahl), 'The Crocodile' (mit Anzu Furukawa), 'Once in a Lifetime' (mit Pretty Ugly Dance Company/Amanda Miller), ‚A VOID’ (mit Hideto Heshiki) u.a.
Eine Musik-/BewegungsSolo Performance von und mit Harald Kimmig mit dem Titel "bewegtes schweigen" hatte im April 2007 in Freiburg Premiere.

Als Komponist schreibt Harald Kimmig Musiken für Film und Theater, ebenso wie Streichquartette und grössere Orchesterwerke ('Der Lauf des Lichtes und der Dunkelheit' Oratorium, 1999; "Aura Christinae 2004).

Die aktuellen Projekte von Harald Kimmig sind:
Solo, Trio Kimmig-Le Quan -Hübsch, verschiedene Besetzungen im Duo, Trio mit Hideto Heshiki, Christoph Schiller, H.Lukas Lindenmaier, Geraldine Keller, Michel Doneda u.a.
The F-Orkestra:‘Im Wohnzimmer‘, "Der Lärm der Freiheit‘u.a.
'Spagl's Rrrumpf Orchester gibt die ‚Sonate in Urlauten von Kurt Schwitters' (Komp. Harald Kimmig), "19Tage" (ein Hörstück mit Musik nach der Erzählung "Lenz" von Georg Büchner)
"bewegtes schweigen" Solo für einen Violinisten in Bewegung

Veröffentlichungen:
'kxutrio': Riff-ifi, Sas CD 32
Cecil Taylor Workshop Ensemble: Legba Crossing, FMP CD 0
Cecil Taylor Corona: Looking FMP CD 31
Harald Kimmig Violin Solo: Im Freien, Hybrid CD 16
Erziehung zur Musik 1975-2000: Exploration und Innovation (Sampler des Deutschen Musikrats)
Christian Dierstein, Harald Kimmig: Improvisationen I-VI, rm cd 001
Géraldine Keller, Harald Kimmig; Duets; rm cd 002
McClune, Hefele, Kimmig: Trioline rmcd 003
"ersatzlos gestrichen": rmcd 004

Filmprotrait: Der Weg ins Freie’ Regie Michael Adams

 

 

frühere Veranstaltungen:

14. Dezember 2003
Matthias Arter
Ensemble: Ist ein Solist einsam? Verderben viele Köche den Brei?

25. Januar 2004
Rudolf Lutz
Idiom und Freiheit: Von stilistischen Einschränkungen und einigen illusionären Visionen.

14. März 2004
Alfred Zimmerlin
Plan: Theoriebildung in der Improvisation. Beobachtungen an den Wurzeln der Musik.

25. April 2004
Walter Fähndrich
Halt und Makel: Gibt es objektive Qualitätskriterien für Musik? Kann eine Improvisation "scheitern"?

6. Juni 2004
John P. MacKeown
Spiel: Der Homo ludens in der Musik. Eine etwas verspielte Musikgeschichte

16. Januar 2005
Peter K Frey
Improvisierte Musik im Internet
: Möglichkeiten dieses Mediums für die improvisierte Musik

27. Februar 2005
Marianne Schuppe
An den Rändern der Sprache:
vom Spiel mit Bedeutungen

22. Mai 2005
Christoph Schiller
Präparieren, Manipulieren: die Bedeutung der sogenannten Klangforschung in der improvisierten Musik

19. Juni 2005
Lukas Rohner
Mehrstimmiges Blasen: Begegnungen von Mehrklängen auf Oboe und Fagott mit neuerfundenen Tastenblasinstrumenten

12. Juni 2005
“Faites vos Jeux”
Nocturne-Konzert: Peter K Frey
- Kontrabass, Marianne Schuppe - Stimme, Christoph Schiller - Klavier, Lukas Rohner - Tastenblasinstrumente, Hansjürgen Wäldele - Oboe, Nicolas Rihs - Fagott

22. Januar 2006
Urban Mäder
Es gibt nur Improvisation

12. Februar 2006
Philippe Micol
Improvisation: Die Kraft der Freiheit

26. März 2006
Michel Seigner
"Freie Improvisation"- Ein irreführender Begriff

7. Mai 2006
Hans-Jürg Meier
Formale Verpflichtungen aus dem Moment

1. Juni 2006
Nocturne-Konzert
vo
n und mit: Hans-Jürg Meier – Blockflöten, Hansjürgen Wäldele - Oboe, Philippe Micol – Klarinette/Saxophon, Nicolas Rihs - Fagott, Michel Seigner – Gitarre/Electronics, Urban Mäder – Klavier

11. Februar 2007
Mischa Käser
die musikalische Geste

18. März 2007
Matthias Schwabe
Sichtbare Musik (visual music)

29. April 2007
Sylwia Zytynska
Geste(r)n und Morgen

13. Mai 2007
Peter Baumgartner
Kritik der Geste

2. Juni 2007
1 Soiree: 4 Porträts
Von und mit: Mischa Käser – Stimme, Hansjürgen Wäldele - Oboe, Nicolas Rihs - Fagott, Matthias Schwabe – Klingende Materialien, Sylwia Zytynska – Schlagzeug, Peter Baumgartner – Powerbook

 
Hansjürgen Wäldele 0(049)7626 1041 Entfernen Sie bei der Email-Adresse die Tiefstriche (Underscores) am Anfang und am Schluss
 
Entfernen Sie bei der Email-Adresse die Tiefstriche (Underscores) am Anfang und am Schluss Nicolas Rihs 0(041)32 / 322 17 53
   
  Up               
 
Stand: 22.02.2008