Harald Kimmig
Harald
Kimmig Trio
Fr 1. Februar 19h00 Weil,
Kulturzentrum Kesselhaus
So
3. Februar
18h00 Freiburg
i Br., Dominikanerkloster
St.Albert
Mo 4.
Februar 19h00 Biel,
Atelier Pia Maria
So 24.
Februar 11h00 Basel,
Imprimerie mit Rudolf Kelterborn/Roland Moser/Thomas
Meyer

Der Musikalische
Augenblick
Jede Musik ist Augenblicksmusik.
wenn wir Musik hören ist das in Jetzt-Zeit.
Jetzt entsteht sie und jetzt wird sie gehört.
Das Skript entsteht zu einem anderen Zeitpunkt. Bei einem
komponierten Musikstück ist das uns allen klar, wie
aber verhält es sich bei Improvisation? Der Musik,
die wie keine andere den Augenblick für sich in Anspruch
nimmt?
Gibt es da ein Skript?
Eine Methode? Eine Matrix?
Eindeutig und klar: ja.
Auch improvisierende Musiker
erfinden die Musik nicht in jedem Augenblick neu: Sie fügen
im musikalischen Augenblick individuelle und allgemeine
musikalische und außermusikalische Erfahrungen zusammen:
Jeder musikalische Augenblick lebt von musikalischer Erfahrung:
instrumentaltechnisch, formbewusst, stilbewußt, kreativ
und kommunikativ.
Die Fähigkeit des improvisierenden
Musikers besteht allein darin, in Gegenwärtigkeit,
d.h. mit all der zu Verfügung stehenden Motorik, Emotion,
Gedankenpotential (i.e. die außermusikalische Technik),
mit hoher Bewusstheit über seine kreative, technische,
musikhistorische und kommunikative Fähigkeit (i.e.
die musikalische Technik) dem Klang einen Verlauf zu geben.
In dieser Gegenwärtigkeit
trifft er immer neue Entscheidungen, verwirft Klänge,
focussiert,, verfeinert sie. So kreiert er Ästhetik:
im Verwerfen und Entscheiden schafft er allein oder mit
anderen ein immer neues Klanggeflecht.
Erklingen der Musik und ihre Erfindung: in der Improvisation
geschieht beides im selben Augenblick.
Hintergründe, Wissen und Erfahrungen wirken sich auf
die Musik sowohl beim Komponisten als auch beim improvisierenden
Musiker auf den Klang aus, das ist –obgleich dies
ein Gemeinplatz ist - die gemeinsame Matrix, auf der alles
geschieht. Sie wird nur anders genutzt.
Und so ist Augenblicksmusik
gebettet in ein Regelwerk des Komponierens, der instrumentalen
Technik, in den Geschmack der jeweiligen Zeit und in eine
Tradition der Stile und der Rezeption. im Augenblicks-Musizieren
sind das die Teile, deren sich der Musiker gemeinhin bewußt
ist, die er anerkennt, hinterfrägt und gestaltet, jedoch
genau jetzt und im Einklang mit dem, was der innere Klang,
und die innere klangliche Gestalt ist.
Harald Kimmig,
10. August 2007
Harald Kimmig
Im Grenzbereich zwischen
Avantgarde-Jazz, Post-Free und E- Musik hat Harald Kimmig,
geb.1956, sowohl in eigenen Gruppen als auch in Projekten
u.a. mit Cecil Taylor, Steve Lacy oder John Tchicai sein
eigenes Statement gesetzt. "Es ist immer die Musik
selbst, die den Weg weist", bekennt er, " die
mich immer wieder dazu auffordert, den Weg ins Unbekannte
zu gehen, und das mache ich mir immer zur Aufgabe und höre
und staune".
Harald Kimmig erhielt eine
klassische Ausbildung von 1966 bis1974 und ergänzte
seine Studien bei David Baker, Muneer B.Fenell, John Tchicai
und Cecil Taylor. Seit 1984 ist der Geiger professioneller
Musiker. Er gibt Solokonzerte spielte von 1984 bis 1995
in der Gruppe 'kxutrio' (mit Georg Wolf, Kontrabass u. H.Lukas
Lindenmaier,
Schlagzeug), ist Co-Leader der Grossformation 'F-Orkestra',
die neben Solisten wie Buddy Collette, Peter Kowald, Steve
Lacy u.a. zahlreiche Musikperformances präsentierte
(Schrottmusik 1988, Niggermusik?! 1993, Es Gab Cis De Fis
1996, Der Lärm der Freiheit 1999).
Als Solist arbeitete Harald
Kimmig u.a. mit John Tchicai, Lee Konitz, Irene Schweizer,
Maggie Nicols, Gunter Hampel, Sirone. Aus der mehrjährigen
Zusammenarbeit mit Cecil Taylor gingen die beiden CDs 'Legba
Crossing' und 'Corona: Looking' hervor.
Aus der Zusammenarbeit mit
TänzerInnen/ChoreografInnen entstanden Performances
wie 'Untitled Memories Gate 7' und 'Himmel und Erde'(mit
Lilo Stahl), 'The Crocodile' (mit Anzu Furukawa), 'Once
in a Lifetime' (mit Pretty Ugly Dance Company/Amanda Miller),
‚A VOID’ (mit Hideto Heshiki) u.a.
Eine Musik-/BewegungsSolo Performance von und mit Harald
Kimmig mit dem Titel "bewegtes schweigen" hatte
im April 2007 in Freiburg Premiere.
Als Komponist schreibt Harald
Kimmig Musiken für Film und Theater, ebenso wie Streichquartette
und grössere Orchesterwerke ('Der Lauf des Lichtes
und der Dunkelheit' Oratorium, 1999; "Aura Christinae
2004).
Die aktuellen Projekte von
Harald Kimmig sind:
Solo, Trio Kimmig-Le Quan -Hübsch, verschiedene Besetzungen
im Duo, Trio mit Hideto Heshiki, Christoph Schiller, H.Lukas
Lindenmaier, Geraldine Keller, Michel Doneda u.a.
The F-Orkestra:‘Im Wohnzimmer‘, "Der Lärm
der Freiheit‘u.a.
'Spagl's Rrrumpf Orchester gibt die ‚Sonate in Urlauten
von Kurt Schwitters' (Komp. Harald Kimmig), "19Tage"
(ein Hörstück mit Musik nach der Erzählung
"Lenz" von Georg Büchner)
"bewegtes schweigen" Solo für einen Violinisten
in Bewegung
Veröffentlichungen:
'kxutrio': Riff-ifi, Sas CD 32
Cecil Taylor Workshop Ensemble: Legba Crossing, FMP CD 0
Cecil Taylor Corona: Looking FMP CD 31
Harald Kimmig Violin Solo: Im Freien, Hybrid CD 16
Erziehung zur Musik 1975-2000: Exploration und Innovation
(Sampler des Deutschen Musikrats)
Christian Dierstein, Harald Kimmig: Improvisationen I-VI,
rm cd 001
Géraldine Keller, Harald Kimmig; Duets; rm cd 002
McClune, Hefele, Kimmig: Trioline rmcd 003
"ersatzlos gestrichen": rmcd 004
Filmprotrait: Der Weg ins
Freie’ Regie Michael Adams
frühere
Veranstaltungen:
14.
Dezember 2003
Matthias
Arter
Ensemble: Ist ein Solist einsam? Verderben
viele Köche den Brei?
25. Januar
2004
Rudolf
Lutz
Idiom und Freiheit: Von stilistischen Einschränkungen
und einigen illusionären Visionen.
14. März
2004
Alfred
Zimmerlin
Plan: Theoriebildung in der Improvisation.
Beobachtungen an den Wurzeln der Musik.
25. April
2004
Walter
Fähndrich
Halt und Makel: Gibt es objektive Qualitätskriterien
für Musik? Kann eine Improvisation "scheitern"?
6. Juni
2004
John
P. MacKeown
Spiel: Der Homo ludens in der Musik. Eine
etwas verspielte Musikgeschichte
16.
Januar 2005
Peter
K Frey
Improvisierte Musik im Internet:
Möglichkeiten dieses Mediums für die improvisierte
Musik
27.
Februar 2005
Marianne
Schuppe
An den Rändern der Sprache:
vom Spiel mit Bedeutungen
22.
Mai 2005
Christoph
Schiller
Präparieren,
Manipulieren:
die Bedeutung der sogenannten Klangforschung in der improvisierten
Musik
19.
Juni 2005
Lukas
Rohner
Mehrstimmiges
Blasen:
Begegnungen von Mehrklängen auf Oboe und Fagott mit
neuerfundenen Tastenblasinstrumenten
12.
Juni 2005
“Faites
vos Jeux”
Nocturne-Konzert:
Peter K Frey-
Kontrabass, Marianne
Schuppe
- Stimme, Christoph Schiller - Klavier, Lukas Rohner - Tastenblasinstrumente,
Hansjürgen Wäldele - Oboe, Nicolas Rihs
- Fagott
22.
Januar 2006
Urban Mäder
Es
gibt nur Improvisation
12.
Februar 2006
Philippe
Micol
Improvisation: Die
Kraft der Freiheit
26.
März 2006
Michel
Seigner
"Freie Improvisation"- Ein irreführender
Begriff
7.
Mai 2006
Hans-Jürg
Meier
Formale Verpflichtungen aus dem Moment
1.
Juni 2006
Nocturne-Konzert
von
und mit: Hans-Jürg Meier – Blockflöten,
Hansjürgen
Wäldele - Oboe,
Philippe Micol – Klarinette/Saxophon, Nicolas
Rihs - Fagott, Michel
Seigner – Gitarre/Electronics, Urban Mäder –
Klavier
11.
Februar 2007
Mischa
Käser
die
musikalische Geste
18. März 2007
Matthias
Schwabe
Sichtbare Musik (visual music)
29. April 2007
Sylwia
Zytynska
Geste(r)n und Morgen
13. Mai 2007
Peter
Baumgartner
Kritik der Geste
2.
Juni 2007
1
Soiree: 4 Porträts
Von
und mit: Mischa Käser –
Stimme, Hansjürgen
Wäldele - Oboe, Nicolas Rihs - Fagott,
Matthias Schwabe – Klingende Materialien, Sylwia Zytynska
– Schlagzeug, Peter Baumgartner – Powerbook