philippe micol
Aspekte der Freien Improvisation: Februar - Mai 2008
 
   
 
 
 

 

 

Philippe Micol

Philippe Micol Trio
Fr 16. Mai 19h00 Biel, Atelier Pia Maria
Sa 17. Mai 19h00 Weil, Kulturzentrum Kesselhaus
So 18. Mai 11h00 Basel, Imprimerie mit Sebastian Kiefer/Hansheinz Schneeberger/Thomas Meyer
Fr 23. Mai 20h00 (neue Zeit) Duisburg, Hennes, Harmoniestraße 39, 47119 Duisburg-Ruhrort www.ruhrort-research.de

 

 

Improvisation: Die Kraft der Freiheit

"Qu'est-ce que le swing? Etre soi, c'est cela, le swing!"
(Jimmy Giuffre)
"Nehmt euch die Freiheit, sonst kommt sie nie."
(Wolf Biermann)
"Aus der Freiheit führt kein Weg zurück"
(Georg Kreisler)


Die heute zunehmend unter Improvisatoren grassierende Scheu oder Angst, das Wörtchen "frei" in die Beschreibung ihrer musikalischen Tätigkeit aufzunehmen, enthält der Bedeutung, die der Kraft der Befreiung - oder positiv formuliert: der Kraft der Selbstfindung und Selbstbestimmung - im Kontext der frei improvisierten Musik und ihrer nun etwa vierzig Jahre alten Geschichte zukommt, die ihr angemessene Würdigung vor.
Improvisation allgemein, freie Improvisation aber in einem bisher nicht erreichten Mass thematisiert die Präsenz, Rolle und Wirkung von Freiheit im Prozess der Musikerzeugung, diesem stets gesellschaftlich relevanten Bereich der Begegnung des Geistigen, Emotionalen und Sinnlichen.
So lasst uns hier einmal schwerpunktmässig von der Freiheit reden, worin sie besteht, was sie mit sich bringt und was sie von uns verlangt, wenn wir uns ihr zuwenden und uns ihr verschreiben.
"Freiheit ist dann, wenn es mir gelingt, ja zu sagen zu allem was ist, allem was war und allem was kommt. Dann bin ich frei von Zwängen, frei vom Widerspruchsgeist. Dann bin ich frei, meinen Gestaltungswillen zu ergreifen und mit ihm einen Gedanken, ein Lied, eine Tat zu gestalten." Ruth Bamberg
Aus solch einem Augenblick der Freiheit heraus springen wir in der Improvisation ins Ungewisse, brechen durch zu allen möglichen Klängen. Wir überraschen uns selbst. Die an den Anfang gestellte Stille, der Zustand der Möglichkeit aller Richtungen, zu dem wir auch immer wiederzurückkehren, ist eine grundlegende Affirmation und gleichzeitig Brennpunkt des Freien.
Es ist ein erster Schritt zu begreifen, dass wir ein Zelt auch ohne Bauplan errichten können: sich frei machen von Vorgaben. Doch der zweite Schritt ist der wesentliche, sich von Zelt und Bauplan zu verabschieden und sich ins Unabsehbare zu stürzen, offen für das, was als nächstes kommt: sich frei machen von der rationalen Kontrolle unseres Tuns, sich der Intuition überlassen. Der dritte Schritt ist Gestaltung, wir schieben, stossen und ziehen, bringen unseren Willen und unsere Absichten ins Spiel, lassen aber auch geschehen, lassen auch wieder los: die Freiheit, aus einer Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten zu wählen, die sich jedoch an dem, was der Kontext, in dem wir stehen, uns vorgibt, aussteuern muss.

 

Philippe Micol

geboren 1955, lebt seit einigen Jahren in Duisburg. Über eine klassische Ausbildung, die Beschäftigung mit Neuer und Experimenteller Musik sowie mit neuen Tendenzen im Jazz kam er zur Improvisierten Musik. 1982 Initiator der Werkstatt für Improvisierte Musik Bern. Klarinettist, Saxophonist, Interpret experimenteller Musik , Komponist, Improvisator. Zusammenarbeit mit Performance-Künstlerinnen, internationale Konzerttätigkeit, Rundfunkproduktionen, Kollaboration in interdisziplinären Zusammenhängen. Auch in vielen Projekten anderer Musiker und Künstler beteiligt. Aufenthalte in Berlin 1984 und 1993 in NYC. Mit Ruth Bamberg arbeitet er seit 1995 an Klang/Video-Projekten. Gemeinsame Buchveröffentlichung im Autorenverlag Matern. Elektronische Musik. Verschiedene Tonträger bei Unit Records Switzerland und NurNichtNur, Kleve, und im Eigenverlag.

"... Philippe Micol ist ein Tüftler, ein Forscher, ein Suchender; keiner, der definitive Meinungen hinstellt, keiner, dem der Klang so und derart absolut wäre. Micol ist eher ein Jongleur, ein Mobilekünstler."

Jazzthetik

 

 

 

frühere Veranstaltungen:

14. Dezember 2003
Matthias Arter
Ensemble: Ist ein Solist einsam? Verderben viele Köche den Brei?

25. Januar 2004
Rudolf Lutz
Idiom und Freiheit: Von stilistischen Einschränkungen und einigen illusionären Visionen.

14. März 2004
Alfred Zimmerlin
Plan: Theoriebildung in der Improvisation. Beobachtungen an den Wurzeln der Musik.

25. April 2004
Walter Fähndrich
Halt und Makel: Gibt es objektive Qualitätskriterien für Musik? Kann eine Improvisation "scheitern"?

6. Juni 2004
John P. MacKeown
Spiel: Der Homo ludens in der Musik. Eine etwas verspielte Musikgeschichte

16. Januar 2005
Peter K Frey
Improvisierte Musik im Internet
: Möglichkeiten dieses Mediums für die improvisierte Musik

27. Februar 2005
Marianne Schuppe
An den Rändern der Sprache:
vom Spiel mit Bedeutungen

22. Mai 2005
Christoph Schiller
Präparieren, Manipulieren: die Bedeutung der sogenannten Klangforschung in der improvisierten Musik

19. Juni 2005
Lukas Rohner
Mehrstimmiges Blasen: Begegnungen von Mehrklängen auf Oboe und Fagott mit neuerfundenen Tastenblasinstrumenten

12. Juni 2005
“Faites vos Jeux”
Nocturne-Konzert: Peter K Frey
- Kontrabass, Marianne Schuppe - Stimme, Christoph Schiller - Klavier, Lukas Rohner - Tastenblasinstrumente, Hansjürgen Wäldele - Oboe, Nicolas Rihs - Fagott

22. Januar 2006
Urban Mäder
Es gibt nur Improvisation

12. Februar 2006
Philippe Micol
Improvisation: Die Kraft der Freiheit

26. März 2006
Michel Seigner
"Freie Improvisation"- Ein irreführender Begriff

7. Mai 2006
Hans-Jürg Meier
Formale Verpflichtungen aus dem Moment

1. Juni 2006
Nocturne-Konzert
vo
n und mit: Hans-Jürg Meier – Blockflöten, Hansjürgen Wäldele - Oboe, Philippe Micol – Klarinette/Saxophon, Nicolas Rihs - Fagott, Michel Seigner – Gitarre/Electronics, Urban Mäder – Klavier

11. Februar 2007
Mischa Käser
die musikalische Geste

18. März 2007
Matthias Schwabe
Sichtbare Musik (visual music)

29. April 2007
Sylwia Zytynska
Geste(r)n und Morgen

13. Mai 2007
Peter Baumgartner
Kritik der Geste

2. Juni 2007
1 Soiree: 4 Porträts
Von und mit: Mischa Käser – Stimme, Hansjürgen Wäldele - Oboe, Nicolas Rihs - Fagott, Matthias Schwabe – Klingende Materialien, Sylwia Zytynska – Schlagzeug, Peter Baumgartner – Powerbook

 

 

 
Hansjürgen Wäldele 0(049)7626 1041 Entfernen Sie bei der Email-Adresse die Tiefstriche (Underscores) am Anfang und am Schluss
 
Entfernen Sie bei der Email-Adresse die Tiefstriche (Underscores) am Anfang und am Schluss Nicolas Rihs 0(041)32 / 322 17 53
   
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Stand: 06.05.2008