Philippe Micol

Philippe
Micol Trio
Fr 16. Mai 19h00 Biel,
Atelier Pia Maria
Sa 17. Mai
19h00 Weil,
Kulturzentrum Kesselhaus
So 18. Mai
11h00 Basel,
Imprimerie mit Sebastian Kiefer/Hansheinz Schneeberger/Thomas
Meyer
Fr 23. Mai 20h00 (neue Zeit) Duisburg,
Hennes, Harmoniestraße 39, 47119 Duisburg-Ruhrort
www.ruhrort-research.de

Improvisation:
Die Kraft der Freiheit
"Qu'est-ce
que le swing? Etre soi, c'est cela, le swing!"
(Jimmy Giuffre)
"Nehmt euch die Freiheit, sonst kommt sie nie."
(Wolf Biermann)
"Aus der Freiheit führt kein Weg zurück"
(Georg Kreisler)
Die heute zunehmend unter Improvisatoren
grassierende Scheu oder Angst, das Wörtchen "frei"
in die Beschreibung ihrer musikalischen Tätigkeit aufzunehmen,
enthält der Bedeutung, die der Kraft der Befreiung
- oder positiv formuliert: der Kraft der Selbstfindung und
Selbstbestimmung - im Kontext der frei improvisierten Musik
und ihrer nun etwa vierzig Jahre alten Geschichte zukommt,
die ihr angemessene Würdigung vor.
Improvisation allgemein, freie Improvisation aber in einem
bisher nicht erreichten Mass thematisiert die Präsenz,
Rolle und Wirkung von Freiheit im Prozess der Musikerzeugung,
diesem stets gesellschaftlich relevanten Bereich der Begegnung
des Geistigen, Emotionalen und Sinnlichen.
So lasst uns hier einmal schwerpunktmässig von der
Freiheit reden, worin sie besteht, was sie mit sich bringt
und was sie von uns verlangt, wenn wir uns ihr zuwenden
und uns ihr verschreiben.
"Freiheit ist dann, wenn es mir gelingt, ja zu sagen
zu allem was ist, allem was war und allem was kommt. Dann
bin ich frei von Zwängen, frei vom Widerspruchsgeist.
Dann bin ich frei, meinen Gestaltungswillen zu ergreifen
und mit ihm einen Gedanken, ein Lied, eine Tat zu gestalten."
Ruth Bamberg
Aus solch einem Augenblick der Freiheit heraus springen
wir in der Improvisation ins Ungewisse, brechen durch zu
allen möglichen Klängen. Wir überraschen
uns selbst. Die an den Anfang gestellte Stille, der Zustand
der Möglichkeit aller Richtungen, zu dem wir auch immer
wiederzurückkehren, ist eine grundlegende Affirmation
und gleichzeitig Brennpunkt des Freien.
Es ist ein erster Schritt zu begreifen, dass wir ein Zelt
auch ohne Bauplan errichten können: sich frei machen
von Vorgaben. Doch der zweite Schritt ist der wesentliche,
sich von Zelt und Bauplan zu verabschieden und sich ins
Unabsehbare zu stürzen, offen für das, was als
nächstes kommt: sich frei machen von der rationalen
Kontrolle unseres Tuns, sich der Intuition überlassen.
Der dritte Schritt ist Gestaltung, wir schieben, stossen
und ziehen, bringen unseren Willen und unsere Absichten
ins Spiel, lassen aber auch geschehen, lassen auch wieder
los: die Freiheit, aus einer Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten
zu wählen, die sich jedoch an dem, was der Kontext,
in dem wir stehen, uns vorgibt, aussteuern muss.
Philippe
Micol
geboren 1955, lebt
seit einigen Jahren in Duisburg. Über eine klassische
Ausbildung, die Beschäftigung mit Neuer und Experimenteller
Musik sowie mit neuen Tendenzen im Jazz kam er zur Improvisierten
Musik. 1982 Initiator der Werkstatt für Improvisierte
Musik Bern. Klarinettist, Saxophonist, Interpret experimenteller
Musik , Komponist, Improvisator. Zusammenarbeit mit Performance-Künstlerinnen,
internationale Konzerttätigkeit, Rundfunkproduktionen,
Kollaboration in interdisziplinären Zusammenhängen.
Auch in vielen Projekten anderer Musiker und Künstler
beteiligt. Aufenthalte in Berlin 1984 und 1993 in NYC. Mit
Ruth Bamberg arbeitet er seit 1995 an Klang/Video-Projekten.
Gemeinsame Buchveröffentlichung im Autorenverlag Matern.
Elektronische Musik. Verschiedene Tonträger bei Unit
Records Switzerland und NurNichtNur, Kleve, und im Eigenverlag.
"... Philippe
Micol ist ein Tüftler, ein Forscher, ein Suchender;
keiner, der definitive Meinungen hinstellt, keiner, dem
der Klang so und derart absolut wäre. Micol ist eher
ein Jongleur, ein Mobilekünstler."
Jazzthetik
frühere
Veranstaltungen:
14.
Dezember 2003
Matthias
Arter
Ensemble: Ist ein Solist einsam? Verderben
viele Köche den Brei?
25. Januar
2004
Rudolf
Lutz
Idiom und Freiheit: Von stilistischen Einschränkungen
und einigen illusionären Visionen.
14. März
2004
Alfred
Zimmerlin
Plan: Theoriebildung in der Improvisation.
Beobachtungen an den Wurzeln der Musik.
25. April
2004
Walter
Fähndrich
Halt und Makel: Gibt es objektive Qualitätskriterien
für Musik? Kann eine Improvisation "scheitern"?
6. Juni
2004
John
P. MacKeown
Spiel: Der Homo ludens in der Musik. Eine
etwas verspielte Musikgeschichte
16.
Januar 2005
Peter
K Frey
Improvisierte Musik im Internet:
Möglichkeiten dieses Mediums für die improvisierte
Musik
27.
Februar 2005
Marianne
Schuppe
An den Rändern der Sprache:
vom Spiel mit Bedeutungen
22.
Mai 2005
Christoph
Schiller
Präparieren,
Manipulieren:
die Bedeutung der sogenannten Klangforschung in der improvisierten
Musik
19.
Juni 2005
Lukas
Rohner
Mehrstimmiges
Blasen:
Begegnungen von Mehrklängen auf Oboe und Fagott mit
neuerfundenen Tastenblasinstrumenten
12.
Juni 2005
“Faites
vos Jeux”
Nocturne-Konzert:
Peter K Frey-
Kontrabass, Marianne
Schuppe
- Stimme, Christoph Schiller - Klavier, Lukas Rohner - Tastenblasinstrumente,
Hansjürgen Wäldele - Oboe, Nicolas Rihs
- Fagott
22.
Januar 2006
Urban Mäder
Es
gibt nur Improvisation
12.
Februar 2006
Philippe
Micol
Improvisation: Die
Kraft der Freiheit
26.
März 2006
Michel
Seigner
"Freie Improvisation"- Ein irreführender
Begriff
7.
Mai 2006
Hans-Jürg
Meier
Formale Verpflichtungen aus dem Moment
1.
Juni 2006
Nocturne-Konzert
von
und mit: Hans-Jürg Meier – Blockflöten,
Hansjürgen
Wäldele - Oboe,
Philippe Micol – Klarinette/Saxophon, Nicolas
Rihs - Fagott, Michel
Seigner – Gitarre/Electronics, Urban Mäder –
Klavier
11.
Februar 2007
Mischa
Käser
die
musikalische Geste
18. März 2007
Matthias
Schwabe
Sichtbare Musik (visual music)
29. April 2007
Sylwia
Zytynska
Geste(r)n und Morgen
13. Mai 2007
Peter
Baumgartner
Kritik der Geste
2.
Juni 2007
1
Soiree: 4 Porträts
Von
und mit: Mischa Käser –
Stimme, Hansjürgen
Wäldele - Oboe, Nicolas Rihs - Fagott,
Matthias Schwabe – Klingende Materialien, Sylwia Zytynska
– Schlagzeug, Peter Baumgartner – Powerbook