„Nach
der Mahlzeit, welche mit Geschmack bereitet und mit heiterem
Vergnügen verzehrt wurde, erhielt ich’s von ihm,
dass er sich abermals ans Klavier setzte; und er spielte,
ohne daß er lange dazwischen aufhörte, fast bis
elf Uhr abends. Während dieser Zeit geriet er dergestalt
in Feuer und wahre Begeisterung, daß er nicht nur
spielte, sondern die Miene eines außer sich Entzückten
bekam. Seine Augen stunden unbeweglich, seine Unterlippe
senkte sich nieder, und seine Seele schien sich um ihren
Gefährten nicht weiter zu bekümmern als nur, soweit
er ihr zur Befriedigung ihrer Leidenschaft behülflich
war.“
Bericht von Charles Burney über
Carl Philipp Emanuel Bach, in seinem Tagebuch einer musikalischen
Reise 1770 - 1772
Zeitgenössische
Musik aus der Optik der Improvisation
Welcher Kenner oder Liebhaber klassischer Musik
gäbe nicht ein Vermögen dafür, einmal, und
sei es nur für wenige Minuten, einen Johann Sebastian
Bach an der Orgel improvisieren zu hören, dem freien
Phantasieren eines Mozart oder dem eigenwilligen Extemporieren
eines Beethoven zu lauschen…? Gewiss haben diese Komponisten
auch „Phantasien“ aufgeschrieben, aber dies
sind doch Kompositionen, und nichts von dem was notiert
ist kann uns auch nur den Schatten einer Vorstellung davon
geben, wie eine Improvisation geklungen haben mag.

Aspekte der Freien Improvisation,
11.2.-2.6.2007
vom
Potential einer musikalischen Geste
In der kleinsten musikalischen Geste
schlummert oft im Keim eine ganze Oper.
Wird ein wacher Geist das Mögliche hörend erkennen
und mit leidenschaftlichem Geschick die bezauberndsten Klänge
und phantastischsten Welten schöpfen?
In unserer Reihe „Aspekte der Freien Improvisation“
suchen wir mit unseren Gästen und dem Publikum neue
Wege der Auseinandersetzung mit musikalischen Grundfragen.
Hansjürgen
Wäldele, Nicolas Rihs und Gäste
Presse:
foto&bio
In
4 Matineen und 1
Soiree mit 4 Porträts suchen wir, Hansjürgen
Wäldele und Nicolas Rihs, mit Musik,
Reflexion und Diskussion neue
Wege der Auseinandersetzung mit musikalischen Grundfragen.
Dies ist ein Versuch Theorie und Praxis in einer Veranstaltung
zu verbinden, der/m BesucherIn ein kommentiertes Konzert
bzw. ein illustriertes Seminar zu bieten. Ziel dieser Initiative
ist uns die Begegnung von Musikschaffenden und Musikliebhabern
in immer neuen Formen.
Im
ersten Jahr waren es vor allem elementare musikalische
Fragestellungen wie die unterschiedliche Haltung von Solist
und Ensemblemusiker, Idiome, Reflexion, Missverständnis
und Fehlleistung und der Aspekt des absoluten
Spiels in der Freien Improvisation. Zu jedem Thema
haben wir eine Musikerpersönlichkeit eingeladen, deren
Wirken für uns in unmittelbarer Beziehung zu der Thematik
einer Matinee stand. Es waren dies Matthias Arter,
Rudolf Lutz, Alfred Zimmerlin,
Walter Fähndrich und John
P. Mac Keown.
Im zweiten Jahr brachten die Gäste
ein eigenes Thema, das ihnen besonders am Herzen lag. JedeR
MusikerIn hatte sein Steckenpferd, das sich wie ein roter
Faden durch ihr/sein Schaffen zieht. Themen wie „Improvisierte
Musik im Internet“, „An den Rändern der
Sprache“, „Präparieren, Manipulieren“,
„Mehrstimmiges Blasen“, bildeten den
Focus der Veranstaltungen. Die Gäste waren Peter
K Frey, Marianne
Schuppe, Christoph
Schiller und Lukas
Rohner.
Im
dritten Jahr setzten wir unsere Reihe
fort zum Thema: Wie „frei“ ist Freie
Improvisation? Vier improvisierende Komponisten
haben auf diese Frage sehr unterschiedliche Antworten gefunden:
Urban Mäder:
Es gibt nur Improvisation, Philippe
Micol: Improvisation: Die Kraft der
Freiheit, Michel
Seigner: "Freie Improvisation"
- Ein irreführender Begriff, Hans-Jürg
Meier: Formale Verpflichtungen aus
dem Moment
Die aussergewöhnlich
positive Resonanz des Publikums und der Presse, das grosse
Interesse vieler MusikerInnen an einer Teilnahme und unser
eigener ungebrochener Appetit haben uns ohne Zögern
zu einer Weiterführung unseres Vorhabens motiviert.
In unserer
Reihe 2007 nehmen
wir unseren Titel zum Thema: vom Potential einer
musikalischen Geste. In der kleinsten musikalischen
Geste schläft oft im Keim eine ganze Oper. Wird ein
waches Gespür das Mögliche hörend erkennen
und mit leidenschaftlichem Geschick die herrlichsten Gebilde
und phantastischsten Welten schöpfen?
Die vier geladenen Gäste beleuchten das Thema aus ganz
unterschiedlichen Perspektiven:
11. Februar
2007 mit Mischa
Käser - Stimme, Zürich
18. März 2007 mit Matthias
Schwabe - Klavier, Berlin:
Sichtbare
Musik (visual music)
29. April 2007 mit Sylwia
Zytynska - Schlagzeug, Basel: Geste(r)n
und Morgen
13. Mai 2007 mit Peter
Baumgartner - Powerbook, Basel: Kritik
der Geste
Am
2. Juni 2007 laden wir in die Gare du Nord zur
Soiree mit 4 Porträts. Wir geben
unseren 4 Gästen "carte blanche":
sie werden zum Thema unserer Reihe
je 1 Stunde Musik gestalten.
Genaue Angaben finden
Sie hier: Soiree
mit 4 Porträts
Presse:
foto&bio
Auf der Info-Homepage
www.getreidesilo.net
finden Sie weitere Informationen über unser Projekt.
Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Herzlichen
Dank
der Musik-Akademie
der Stadt Basel - Allgemeine Musikschule (Freie Kurse),
dem Fachausschuss BS/BL Musik, der Schweizer Kulturstiftung
Pro Helvetia, dem Migros Kulturprozent, der Kulturstiftung
Winterthur, der Artephila Stiftung für ihre Unterstützung
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