Aspekte der Freien
Improvisation 2009
Aspects of Free Improvisation 2009

Versus
4
Thesen und deren Diskurs in Wort und Musik
4 thesis to be tested in word
and music
Im sechsten
Jahr unserer Reihe „Aspekte der Freien Improvisation“
ist die Gegenüberstellung unser Thema - These und
Antithese, zwei Seiten einer Medaille. Inhalte unserer
Veranstaltungen sind natürlich Konfrontation, Auseinandersetzung,
Widerstände, die an unseren Idealen rütteln.
Aber das Ziel ist letztlich Begegnung. Begegnung macht
unseren Standpunkt zum Weg.
Wir haben vier eingespielte Duos eingeladen, deren Musik
einen starken
Kontrapunkt zu der unseren setzen wird. In den Matineen
werden
zusätzlich noch vier verbale Duos einige „Aspekte
der Freien Improvisation“
von verschiedenen Seiten beleuchten. Diese Gespräche
werden moderiert
von Thomas Meyer. Wie im letzten Jahr ist es wieder möglich,
den
Gedankenaustausch bei einem gemeinsamen Mittagessen im
kleineren
Rahmen fortzuführen.
Nicolas
Rihs und Hansjürgen Wäldele
Claudia
Ulla Binder: Keine Improvisation ist ohne Voraussetzung.
Trotzdem stelle ich mir oft vor, einen leeren, mir unbekannten
Raum zu betreten. Ein Schritt folgt dem nächsten,
ein Ton ergibt sich aus dem anderen. Wiederholung
und Schematismus sind ungeliebt, aber unvermeidlich. Niemand
kann sich in jedem Moment komplett neu erfinden. Ich versuche,
wach zu sein und verschiedene Optionen wahrzunehmen. Einen
solchen musikalischen Handlungsspielraum zu kreieren und
auszuschöpfen empfinde ich immer aufs Neue als Herausforderung
und im Falle des elingens als Befriedigung.
John
Butcher: From an Interview with Caroline Kraabel published
in Resonance 10/2.
CK. So why is improvising important?
JB. That's a good question - erm... It’s tricky,
because I chose it as a way of working quite a long time
ago. It didn't come overnight, and back then it was also
an ideological choice - not a genre choice, You know -
"I play a bit of Improv". Now, I can't think
of any other way I can lead a musical life that involves
things to do with physical playing, with composition,
with sound research, things to do with being in performance
situations where it's possible to come out of it with
something I couldn't possibly have envisioned beforehand.
Jacques
Demierre: Le peintre Wilhelm de Kooning disait: "je
peins vite, c'est comme traverser une rue." Ecrire,
improviser, composer, avec le mouvement, dans le mouvement.
Isabelle
Duthoit: .....Beaucoup est non disponsible..
Malcolm
Goldstein: Soundings/improvisations: Ich folge der
Linie, werde durch sie geformt, gebe ihr nach, waehrend
ich sie forme, wie ein Bach nach dem Regen, der durch
Schmutz, Felsen, Baume und Gras stroemt, subtile neue
Windungen und Biegungen findet, waehrend sich die Dinge
bewegen, waehrend sie im Fluss bewegt werden.
Fritz
Hauser: Improvisation ist die Zuspitzung der künstlerischen
Verhältnisse im Hier und Jetzt.
Matthias
Kaul: http://www.openwingsproductions.com
Hm, ich rede eigentlich nicht öffentlich
über das Improvisieren, glaube ich zumindest …
Lauren
Newton: When do sounds equal music? Music has a life
of its own. I want to let it come through my voice.
"The job of the artist is always to deepen the mystery."
francis bacon
Thomas
Meyer: Über Improvisation zu schreiben, empfinde
ich nach Jahren des klassischen und das heisst: werk-
und interpretationsbezogenen Musikjournalismus immer noch
als etwas vom Anspruchsvollsten.
mehr
Dieter
A. Nanz : Perspektiven frei
improvisierter Musik, Die Basler Improvisationsmatineen
2008
mehr
Hans-Jost
Frey: Das Unvorhergesehene als unkontrollierbar anzuerkennen
und nach Möglichkeiten zu fragen, damit umzugehen,
wo immer es in Erwartetes einbricht, kann Überlegungen
anregen, welche die Grenze des Planbaren erkunden. Alle
Formen von Improvisation haben ihren Ort an dieser Grenze.
(Hans-Jost Frey, Theorie des Unvorhergesehenen)
Mit dem Einfall verbunden
ist die Ahnung seiner Möglichkeiten. Er ist dazu
da, dass man etwas aus ihm macht. Es kommt weniger darauf
an, wie er zustande und woher er kommt, als darauf, was
aus ihm wird. Er enthält mehr, als er ist, strahlt
aus, hat Folgen.
Es gibt Einfälle
die von sich aus über sich hinaus drängen, eine
Erwartung in sich haben, die keine Ruhe lässt, auch
wenn man noch kaum weiss, worauf sie sich erstreckt. Andere
allerdings scheinen in sich selbst zu ruhen, sind Augenblicke
der unverhofften Erfüllung, die nichts offen lässt,
und über die, wenn sie eintritt, nichts hinausgeht.
In ihnen scheint bereits
verwirklicht, was sie ermöglichen.
Die Möglichkeit,
das was unvorhergesehen geschieht, und sein Unvorhergesehensein
auseinanderzuhalten, erklärt auch, warum man Unvorhergesehenes
zwar nie voraussieht, wohl aber erwarten kann, dass Unvorhergesehenes
geschieht.
(Hans-Jost Frey, Versuch über das Unvorhergesehenen)
Christian
Kaden: Musik gewinnt sich aus Lebensprozessen ihre
Form - und sie gibt dem Lebendigen Form zurück.
Kjell
Keller: Manche Älteren hängen mehr oder
minder forciert und hilflos sich ans jeweils Jüngste,
um nicht zum alten Eisen geworfen zu werden. (Th.W.Adorno,
vers une musique informelle)
mehr
Sebastian
Kiefer: Inwiefern macht das Wissen des Hörers
darum, daß die Klangfolgen das Ergebnis von „Improvisation“
sind, einen ästhetischen Unterschied / Unvorhersehbarkeit
kann Unvorhersehbarkeit für den Spieler oder für
den Hörer meinen und das sind zwei völlig unterschiedliche
Dinge / Weshalb sollten Klangstrukturen dadurch gewinnen,
daß man sich verbietet, Korrekturen seiner Einfälle
vorzunehmen, bevor man sie einem Publikum vorführt.
mehr
Claus-Steffen
Mahnkopf: Ist nicht an interpretierter Musik das Wesentliche,
was wie improvisiert scheint?
Roland
Moser: Einsatz verpasst? Ein Satz für...
Urs
Peter Schneider: Versus ist schon mal gut - und ob!
Hans
Wüthrich: “Eine Idee kann, isolirt betrachtet,
sehr unbeträchtlich und sehr abenteuerlich seyn,
aber vielleicht wird sie durch eine, die nach ihr kommt,
wichtig” (Friedrich Schiller, Brief an Gottfried
Körner)
mehr
Literatur und
Tonträger:
Schlöhlein GmbH
Musikalien & Antiquariat
Schützenmattstrasse 15
4054 Basel/BS
Tel 061 261 43 17
Fax 061 261 45 95
http://www.schloehlein.ch/
info@schloehlein.ch

9
Konzerte
in Biel,
Weil
am Rhein, Zürich
(weitere
Konzerte in Genf, Paris, London etc folgen)
4
Matineen
in
der Imprimerie Basel
Diskurs in
Wort und Musik
19.3.09,
19.00 Uhr Kulturzentrum
Kesselhaus, Weil am Rhein
John
Butcher, Saxophon &
Claudia Ulla Binder,
Klavier - Hansjürgen
Wäldele, Oboe & Nicolas
Rihs, Fagott
20.3.09,
19.00 Uhr Atelier
PiaMaria, Obergasse 12, Biel
John
Butcher, Saxophon &
Claudia Ulla Binder,
Klavier - Hansjürgen
Wäldele, Oboe & Nicolas
Rihs, Fagott
21.3.09,
17.00 Uhr Atelier
Goldbrunnenstrasse 142, Zürich
John
Butcher, Saxophon &
Claudia Ulla Binder,
Klavier - Hansjürgen
Wäldele, Oboe & Nicolas
Rihs, Fagott
22.3.09,
11-12.30 Uhr Imprimerie
Basel
Musik: John
Butcher, Saxophon &
Claudia Ulla Binder,
Klavier - Hansjürgen
Wäldele, Oboe & Nicolas
Rihs, Fagott
Wort: Hans
Wüthrich - Kjell
Keller
Moderation: Thomas
Meyer
23.4.09,
19.00 Uhr Atelier
PiaMaria, Obergasse 12, Biel
Lauren
Newton, Stimme &
Fritz Hauser,
Schlagzeug - Hansjürgen
Wäldele, Oboe & Nicolas
Rihs, Fagott
24.4.09,
19.00 Uhr Kulturzentrum
Kesselhaus, Weil am Rhein
Lauren
Newton, Stimme &
Fritz Hauser,
Schlagzeug - Hansjürgen
Wäldele, Oboe & Nicolas
Rihs, Fagott
26.4.09,
11-12.30 Uhr Imprimerie
Basel
Musik: Lauren
Newton, Stimme &
Fritz Hauser,
Schlagzeug - Hansjürgen
Wäldele, Oboe & Nicolas
Rihs, Fagott
Wort: Sebastian
Kiefer - Claus-Steffen
Mahnkopf
Moderation: Thomas
Meyer
14.5.09,
19.00 Uhr Kulturzentrum
Kesselhaus, Weil am Rhein
Malcolm
Goldstein, Violine &
Matthias Kaul,
Schlagzeug - Hansjürgen
Wäldele, Oboe & Nicolas
Rihs, Fagott
15.5.09,
19.00 Uhr
Atelier
PiaMaria, Obergasse 12, Biel
Malcolm
Goldstein, Violine &
Matthias Kaul,
Schlagzeug - Hansjürgen
Wäldele, Oboe & Nicolas
Rihs, Fagott
17.5.09,
11-12.30 Uhr Imprimerie
Basel
Musik: Malcolm
Goldstein, Violine &
Matthias Kaul,
Schlagzeug - Hansjürgen
Wäldele, Oboe & Nicolas
Rihs, Fagott
Wort: Roland
Moser - Christian
Kaden
Moderation: Dieter
Nanz
18.6.09,
19.00 Uhr Atelier
PiaMaria, Obergasse 12, Biel
Isabelle
Duthoit, Klarinette & Jacques
Demierre, Klavier - Hansjürgen
Wäldele, Oboe & Nicolas
Rihs, Fagott
19.6.09,
19.00 Uhr Kulturzentrum
Kesselhaus, Weil am Rhein
Isabelle
Duthoit, Klarinette & Jacques
Demierre, Klavier - Hansjürgen
Wäldele, Oboe & Nicolas
Rihs, Fagott
21.6.09,
11-12.30 Uhr Imprimerie
Basel
Musik: Isabelle
Duthoit, Klarinette & Jacques
Demierre, Klavier - Hansjürgen
Wäldele, Oboe & Nicolas
Rihs, Fagott
Wort: Hans-Jost
Frey - Urs
Peter Schneider
Moderation: Thomas
Meyer
Die Kantone
Basel-Stadt/Basel-Land, der Kanton Bern, die Stadt Biel,
die Stadt Weil am Rhein, die Schweizer Kulturstiftung Pro
Helvetia, die Stanley Thomas Johnson Stiftung, die Ernst
Göhner-Stiftung, die Artephila Stiftung, die Fondation
Nicati-De Luze, die Suisa-Stiftung für Musik, das Migros-Kulturprozent
und die Schweizerische Interpreten-Stiftung haben bereits
Ihre Unterstützung zugesagt.
.
.

frühere Veranstaltungen:
2008
Kritik
Harald
Kimmig, Philippe
Micol, Daniel
Studer, René
Krebs,
Thomas
Meyer,
Rudolf
Kelterborn,
Hansheinz
Schneeberger,
Roland
Moser,
Sebastian
Kiefer
2007
vom Potential einer musikalischen
Geste
Mischa
Käser - die musikalische
Geste
Matthias
Schwabe - Sichtbare Musik (visual
music)
Sylwia
Zytynska - Geste(r)n und Morgen
Peter
Baumgartner - Kritik der Geste
2006
Wie „frei“ ist
Freie Improvisation?
Urban
Mäder -
Es gibt nur Improvisation
Philippe
Micol -
Improvisation: Die Kraft der Freiheit
Michel
Seigner - "Freie
Improvisation"- Ein irreführender Begriff
Hans-Jürg
Meier - Formale
Verpflichtungen aus dem Moment
2005
“Faites
vos Jeux”
Peter
K Frey - Improvisierte
Musik im Internet
Marianne
Schuppe - An den Rändern
der Sprache
Christoph
Schiller
-
Präparieren, Manipulieren
Lukas
Rohner -
Mehrstimmiges Blasen
2003/2004
Aspekte der Freien Improvisation
Matthias
Arter - Ensemble
Rudolf
Lutz - Idiom und Freiheit
Alfred
Zimmerlin - Plan
Walter
Fähndrich - Halt und Makel
John
P. MacKeown - Spiel