pressespiegel.05
22.1.-1.6.2006 Wie "frei" ist Freie Improvisation? 4 Matineen + 1 Nocturne
 
   
 
 
 

SAMSTAG, 15. JANUAR 2005 Basellandschaftliche Zeitung


Die Improvisation ist eine fragile Kunst, die hochgradig auf den Augenblick bezogen ist.
Dieser Aspekt ist bekannt und wird auch oft betont. Doch seit den Anfängen des Free Jazz und der Freien Improvisation ist der Aspekt der Forschung mindestens so wichtig.

Das Gefühl, mit bestehenden Spielweisen, Instrumenten, Formen und Theorien nicht genügend für die Konfron-tation mit dem Augenblick gerüstet zu sein, gehört ebenso selbstverständlich zum Ausgesetztsein des auf Noten verzich-tenden Musikers, wie ein entsprechendes Pensum an Üben, Hören, Ausprobieren und Reflektieren. Aber mit wenigen Ausnahmen wird darüber eher selten berichtet.
Umso wichtiger ist deshalb die von Hansjürgen Wäldele und Nicolas Rihs organisierte und in der Musik-Akademie stattfindende Vortragsreihe “Vom Poten-tial einer musikalischen Geste - Aspekte der Freien Improvisation” (die dankens-werterweise vom Fachausschuss Musik BS/BL unterstützt wird).
Die jeweils am Sonntagmorgen stattfindende Reihe (für genauere Informationen: www.getreidesilo.net/aspekte) bietet dieses Jahr vier Vorträge zu weit-reichenden Themen der improvisierten Musik.
Am 16. Januar wird es um „Improvisierte Musik im Internet“ gehen. Dank erhöhten Datendurchsätzen bietet dieser Bereich immer mehr Möglichkeiten (bis hin zum Live-Ensemblespiel), über die der Kontrabassist Peter K. Frey berichten wird. Anhand von konkreten Beispielen wird er versuchen aufzuzeigen, was in diesem Medium bereits ausprobiert und was noch möglich und sinnvoll ist.
Am 27. Februar steht „An den Rändern der Sprache: vom Spiel mit Bedeutungen“ auf dem Programm. Das ursprünglichste aller Instrumente stellt aufgrund der Bedeutungsebene der
Sprache besonders verzwickte und weitreichende Fragen an die Improvisa-tion. Die sowohl im Bereich der neuen Musik als auch der Improvisation tätige Sängerin Marianne Schuppe wird über die ebenso explosive wie fruchtbare Beziehung zwischen Stimme und Sprache, zwischen Sprachlosigkeit und spontaner Spracherfindung, zwischen Textinterpretation und Laut-Poesie reflektieren.
Einem zentralen Thema ist der 22. Mai gewidmet: „Präparieren, Mani-pulieren: die Bedeutung der sogenannten Klangforschung in der improvisierten Musik“. Die üblichen Instrumente und Spielweisen sind in der Improvisation ihrer Selbstständigkeit entledigt und werden als gesellschaftliche und his-torische Produkte betrachtet. Der Pianist (oder in gewisser Hinsicht auch Nicht-Pianist) Christoph Schiller wird darüber berichten, wie die Suche nach neuen, anderen und frischen Klängen dazu führen kann, sich einem Instrument immer wieder neu anzunähern, aber auch darüber, was für ein intensiver Austausch von Spielweisen zwischen improvi-sierenden Musikern stattfindet. Könnte die „falsche“ Spielweise zum „richtigen Leben“ gehören?
Am 19. Juni schliesslich wird der Musiker und Instrumentenbauer Lukas Rohner dieses Thema weiterführen: „Mehrstimmiges Blasen: Begegnungen von Mehrklängen auf Oboe und Fagott mit neuerfundenen Tastenblasinstrumen-ten“ widmet sich den Möglichkeiten der Holzblasinstrumente und Suche nach neuen Instrumenten als technischer, aber auch als poetischer und ebenso radikaler wie alltagsbezogener Tätigkeit.
Eine Fülle an Informationen, Einsichten und Auseinandersetzungen wartet also auf interessierte Hörer- und MusikerInnen !

Peter Baumgartner

 

 

 

DONNERSTAG, 16. JUNI 2005 Basellandschaftliche Zeitung

Spannend improvisierte Konzertmusik

Rolf de Marchi

 

 

 

SEPTEMBER 2005 Dissonanz N° 91

Fülle und Leere

Andreas Fatton

 

 

 
 
Hansjürgen Wäldele 0(049)7626 1041
 
Nicolas Rihs 0(041)32 / 322 17 53
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Stand: 09.01.2006