hansheinz schneeberger
Aspekte der Freien Improvisation: Februar - Mai 2008
 
   
 
 
 

 

 

Hansheinz Schneeberger

 

Daniel Studer Trio
So 20. April 11h00 Basel, Imprimerie mit Hansheinz Schneeberger/Rudolf Kelterborn/Thomas Meyer

Philippe Micol Trio
So 18. Mai 11h00 Basel, Imprimerie mit Sebastian Kiefer/Hansheinz Schneeberger/Thomas Meyer

 

Zu "Aspekte der Freien Improvisation"

Zuerst muss ich gestehen, dass ich, mit Ausnahme einiger kindlichen Ansätzen aus der Schulzeit (ein Lehrer war immer darauf erpicht, mich am Anfang er Geschichtsstunde zum Vorspielen aufzufordern, und ich fiedelte dann etwa 10 Minuten lang drauflos, einfach so alles, was mir gerade so durch den Kopf ging) keine Erfahrung im freien Improvisieren habe wohl aber im angewandten. Alle meine Kadenzen zu den Violinkonzerten von Mozart sind improvisierend entstanden; ich probierte in immer neuen Ansätzen so lang, bis die Abläufe sich zu einer mir akzeptablen Form verfestigten, wobei ich streng darauf achtete, stilistisch dem Zeitgeist nahe zu bleiben, und das Herumschwadronieren in entfernten Tonarten ebenso zu meiden wie die Anwendung virtuoser Kapriolen, die erst einer späteren Epoche entsprochen hätten. Diese Bewertungskriterien lassen sich natürlich für die freie Improvisation nicht anwenden. So sollen die folgenden Überlegungen auch nur als kleiner Wunschzettel dastehen; wenn ich davon ausgehe, dass das freie Instrumentale Ausleben bis zum Wildwuchs und Chaos zum Wesen der freien Improvisatiobn gehört, so erwarte ich als Hörer aber auch, dass im Gegenzug das aufeinander zugehen, das einander zuspielen, das Einfügen von einfache, vielfältiger Abwandlung zugängigen Mustern thematischer oder rhythmischer Art, Wechsel von Tutti und Soli, vielleicht gar mal eine Improvisationreihum über ein einfaches Thema, ähnlich wie im Jazz, zum Tragen kämen. So eine Art Concerto grosso im free stile.

Gut möglich , dass diese Bemerkungen bereits offene Türen einrennen. Jedenfalls bin ich gespannt auf das interessante Experiment.

Hansheinz Schneeberger, Dezember 2007

 

 

 

Prof. Hansheinz Schneeberger wurde 1926 in Bern geboren. Bereits mit sechs Jahren begann er Geige zu spielen. Bis zum Diplomabschluss 1944 studierte er bei Walter Kägi am Berner Konservatorium, anschliessend bei Carl Flesch in Luzern und dann bei Boris Kamensky in Paris.
Nach seiner Lehrtätigkeit an den Konservatorien von Biel und Bern gab er mit seinem eigenen Streichquartett zahlreiche Konzerte. Von 1958 bis 1961 war er Erster Konzertmeister im Sinfonienorchester des NDR Hamburg. 1961 wurde er zur Leitung einer Meisterklasse für Violine an die Musikakademie Basel berufen.
Hansheinz Schneeberger ist weltweit als Solist und Kammermusiker tätig. Er konzertierte noch unter Ernest Ansermet in Wien, Warschau, Stanford und Montreal (Weltausstellung). 1965 spielte er zusammen mit Horszowsky und Casals anlässlich der Festwochen von Prades. 1984 gab er Meisterkurse und Konzerte in Kusatsu (Japan), 1985 nahm er am Isang Yun- Festival in Korea teil, ein Jahr später war er mit dem Gitarristen Rudolf Wangler auf einer Tournee durch die ehemalige UDSSR, von 1988 bis 1990 wirkte er alljährlich beim Lockenhaus- Festival mit und in den Jahren 1990, 1992 und 1994 beim Mondsee-Festival unter der künstlerischen Leitung von Andras Schiff.
Bedeutende Violinkonzerte erfuhren durch Hansheinz Schneeberger ihre Uraufführung: 1952 das Violinkonzert von Frank Martin, 1958 das 1. Violinkonzert von Bèla Bartok und 1970 „Tempora“ von Klaus Huber.
1971 wurde ihm der Preis der British- American Tobacco zubesprochen und 1995 der Robert Schumman- Preis der Stadt Zwickau.

 

frühere Veranstaltungen:

14. Dezember 2003
Matthias Arter
Ensemble: Ist ein Solist einsam? Verderben viele Köche den Brei?

25. Januar 2004
Rudolf Lutz
Idiom und Freiheit: Von stilistischen Einschränkungen und einigen illusionären Visionen.

14. März 2004
Alfred Zimmerlin
Plan: Theoriebildung in der Improvisation. Beobachtungen an den Wurzeln der Musik.

25. April 2004
Walter Fähndrich
Halt und Makel: Gibt es objektive Qualitätskriterien für Musik? Kann eine Improvisation "scheitern"?

6. Juni 2004
John P. MacKeown
Spiel: Der Homo ludens in der Musik. Eine etwas verspielte Musikgeschichte

16. Januar 2005
Peter K Frey
Improvisierte Musik im Internet
: Möglichkeiten dieses Mediums für die improvisierte Musik

27. Februar 2005
Marianne Schuppe
An den Rändern der Sprache:
vom Spiel mit Bedeutungen

22. Mai 2005
Christoph Schiller
Präparieren, Manipulieren: die Bedeutung der sogenannten Klangforschung in der improvisierten Musik

19. Juni 2005
Lukas Rohner
Mehrstimmiges Blasen: Begegnungen von Mehrklängen auf Oboe und Fagott mit neuerfundenen Tastenblasinstrumenten

12. Juni 2005
“Faites vos Jeux”
Nocturne-Konzert: Peter K Frey
- Kontrabass, Marianne Schuppe - Stimme, Christoph Schiller - Klavier, Lukas Rohner - Tastenblasinstrumente, Hansjürgen Wäldele - Oboe, Nicolas Rihs - Fagott

22. Januar 2006
Urban Mäder
Es gibt nur Improvisation

12. Februar 2006
Philippe Micol
Improvisation: Die Kraft der Freiheit

26. März 2006
Michel Seigner
"Freie Improvisation"- Ein irreführender Begriff

7. Mai 2006
Hans-Jürg Meier
Formale Verpflichtungen aus dem Moment

1. Juni 2006
Nocturne-Konzert
vo
n und mit: Hans-Jürg Meier – Blockflöten, Hansjürgen Wäldele - Oboe, Philippe Micol – Klarinette/Saxophon, Nicolas Rihs - Fagott, Michel Seigner – Gitarre/Electronics, Urban Mäder – Klavier

11. Februar 2007
Mischa Käser
die musikalische Geste

18. März 2007
Matthias Schwabe
Sichtbare Musik (visual music)

29. April 2007
Sylwia Zytynska
Geste(r)n und Morgen

13. Mai 2007
Peter Baumgartner
Kritik der Geste

2. Juni 2007
1 Soiree: 4 Porträts
Von und mit: Mischa Käser – Stimme, Hansjürgen Wäldele - Oboe, Nicolas Rihs - Fagott, Matthias Schwabe – Klingende Materialien, Sylwia Zytynska – Schlagzeug, Peter Baumgartner – Powerbook

 

 

 
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Entfernen Sie bei der Email-Adresse die Tiefstriche (Underscores) am Anfang und am Schluss Nicolas Rihs 0(041)32 / 322 17 53
   
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Stand: 21.02.2008