Hansheinz Schneeberger
Daniel
Studer Trio
So 20. April 11h00
Basel,
Imprimerie mit Hansheinz Schneeberger/Rudolf Kelterborn/Thomas
Meyer
Philippe
Micol Trio
So 18.
Mai 11h00 Basel,
Imprimerie mit Sebastian Kiefer/Hansheinz Schneeberger/Thomas
Meyer
Zu "Aspekte
der Freien Improvisation"
Zuerst muss ich gestehen,
dass ich, mit Ausnahme einiger kindlichen Ansätzen
aus der Schulzeit (ein Lehrer war immer darauf erpicht,
mich am Anfang er Geschichtsstunde zum Vorspielen aufzufordern,
und ich fiedelte dann etwa 10 Minuten lang drauflos, einfach
so alles, was mir gerade so durch den Kopf ging) keine Erfahrung
im freien Improvisieren habe wohl aber im angewandten. Alle
meine Kadenzen zu den Violinkonzerten von Mozart sind improvisierend
entstanden; ich probierte in immer neuen Ansätzen so
lang, bis die Abläufe sich zu einer mir akzeptablen
Form verfestigten, wobei ich streng darauf achtete, stilistisch
dem Zeitgeist nahe zu bleiben, und das Herumschwadronieren
in entfernten Tonarten ebenso zu meiden wie die Anwendung
virtuoser Kapriolen, die erst einer späteren Epoche
entsprochen hätten. Diese Bewertungskriterien lassen
sich natürlich für die freie Improvisation nicht
anwenden. So sollen die folgenden Überlegungen auch
nur als kleiner Wunschzettel dastehen; wenn ich davon ausgehe,
dass das freie Instrumentale Ausleben bis zum Wildwuchs
und Chaos zum Wesen der freien Improvisatiobn gehört,
so erwarte ich als Hörer aber auch, dass im Gegenzug
das aufeinander zugehen, das einander zuspielen, das Einfügen
von einfache, vielfältiger Abwandlung zugängigen
Mustern thematischer oder rhythmischer Art, Wechsel von
Tutti und Soli, vielleicht gar mal eine Improvisationreihum
über ein einfaches Thema, ähnlich wie im Jazz,
zum Tragen kämen. So eine Art Concerto grosso im free
stile.
Gut möglich , dass diese
Bemerkungen bereits offene Türen einrennen. Jedenfalls
bin ich gespannt auf das interessante Experiment.
Hansheinz Schneeberger,
Dezember 2007
Prof. Hansheinz Schneeberger
wurde 1926 in Bern geboren. Bereits mit sechs Jahren begann
er Geige zu spielen. Bis zum Diplomabschluss 1944 studierte
er bei Walter Kägi am Berner Konservatorium, anschliessend
bei Carl Flesch in Luzern und dann bei Boris Kamensky in
Paris.
Nach seiner Lehrtätigkeit an den Konservatorien von
Biel und Bern gab er mit seinem eigenen Streichquartett
zahlreiche Konzerte. Von 1958 bis 1961 war er Erster Konzertmeister
im Sinfonienorchester des NDR Hamburg. 1961 wurde er zur
Leitung einer Meisterklasse für Violine an die Musikakademie
Basel berufen.
Hansheinz Schneeberger ist weltweit als Solist und Kammermusiker
tätig. Er konzertierte noch unter Ernest Ansermet in
Wien, Warschau, Stanford und Montreal (Weltausstellung).
1965 spielte er zusammen mit Horszowsky und Casals anlässlich
der Festwochen von Prades. 1984 gab er Meisterkurse und
Konzerte in Kusatsu (Japan), 1985 nahm er am Isang Yun-
Festival in Korea teil, ein Jahr später war er mit
dem Gitarristen Rudolf Wangler auf einer Tournee durch die
ehemalige UDSSR, von 1988 bis 1990 wirkte er alljährlich
beim Lockenhaus- Festival mit und in den Jahren 1990, 1992
und 1994 beim Mondsee-Festival unter der künstlerischen
Leitung von Andras Schiff.
Bedeutende Violinkonzerte erfuhren durch Hansheinz Schneeberger
ihre Uraufführung: 1952 das Violinkonzert von Frank
Martin, 1958 das 1. Violinkonzert von Bèla Bartok
und 1970 „Tempora“ von Klaus Huber.
1971 wurde ihm der Preis der British- American Tobacco zubesprochen
und 1995 der Robert Schumman- Preis der Stadt Zwickau.
frühere
Veranstaltungen:
14.
Dezember 2003
Matthias
Arter
Ensemble: Ist ein Solist einsam? Verderben
viele Köche den Brei?
25. Januar
2004
Rudolf
Lutz
Idiom und Freiheit: Von stilistischen Einschränkungen
und einigen illusionären Visionen.
14. März
2004
Alfred
Zimmerlin
Plan: Theoriebildung in der Improvisation.
Beobachtungen an den Wurzeln der Musik.
25. April
2004
Walter
Fähndrich
Halt und Makel: Gibt es objektive Qualitätskriterien
für Musik? Kann eine Improvisation "scheitern"?
6. Juni
2004
John
P. MacKeown
Spiel: Der Homo ludens in der Musik. Eine
etwas verspielte Musikgeschichte
16.
Januar 2005
Peter
K Frey
Improvisierte Musik im Internet:
Möglichkeiten dieses Mediums für die improvisierte
Musik
27.
Februar 2005
Marianne
Schuppe
An den Rändern der Sprache:
vom Spiel mit Bedeutungen
22.
Mai 2005
Christoph
Schiller
Präparieren,
Manipulieren:
die Bedeutung der sogenannten Klangforschung in der improvisierten
Musik
19.
Juni 2005
Lukas
Rohner
Mehrstimmiges
Blasen:
Begegnungen von Mehrklängen auf Oboe und Fagott mit
neuerfundenen Tastenblasinstrumenten
12.
Juni 2005
“Faites
vos Jeux”
Nocturne-Konzert:
Peter K Frey-
Kontrabass, Marianne
Schuppe
- Stimme, Christoph Schiller - Klavier, Lukas Rohner - Tastenblasinstrumente,
Hansjürgen Wäldele - Oboe, Nicolas Rihs
- Fagott
22.
Januar 2006
Urban Mäder
Es
gibt nur Improvisation
12.
Februar 2006
Philippe
Micol
Improvisation: Die
Kraft der Freiheit
26.
März 2006
Michel
Seigner
"Freie Improvisation"- Ein irreführender
Begriff
7.
Mai 2006
Hans-Jürg
Meier
Formale Verpflichtungen aus dem Moment
1.
Juni 2006
Nocturne-Konzert
von
und mit: Hans-Jürg Meier – Blockflöten,
Hansjürgen
Wäldele - Oboe,
Philippe Micol – Klarinette/Saxophon, Nicolas
Rihs - Fagott, Michel
Seigner – Gitarre/Electronics, Urban Mäder –
Klavier
11.
Februar 2007
Mischa
Käser
die
musikalische Geste
18. März 2007
Matthias
Schwabe
Sichtbare Musik (visual music)
29. April 2007
Sylwia
Zytynska
Geste(r)n und Morgen
13. Mai 2007
Peter
Baumgartner
Kritik der Geste
2.
Juni 2007
1
Soiree: 4 Porträts
Von
und mit: Mischa Käser –
Stimme, Hansjürgen
Wäldele - Oboe, Nicolas Rihs - Fagott,
Matthias Schwabe – Klingende Materialien, Sylwia Zytynska
– Schlagzeug, Peter Baumgartner – Powerbook