Aspekte der Freien Improvisation
vom
Potential einer musikalischen Geste
In der kleinsten musikalischen Geste
schlummert oft im Keim eine ganze Oper.
Wird ein wacher Geist das Mögliche hörend erkennen
und mit leidenschaftlichem Geschick die bezauberndsten Klänge
und phantastischsten Welten schöpfen?
In unserer Reihe „Aspekte der Freien Improvisation“
suchen wir mit unseren Gästen und dem Publikum neue
Wege der Auseinandersetzung mit musikalischen Grundfragen.
Hansjürgen
Wäldele, Nicolas Rihs und Gäste
2.
Matinee:
Hansjürgen
Wäldele, Nicolas Rihs und Matthias
Schwabe
Musikakademie,
Haus Kleinbasel, Rebgasse 70, 4058 Base
Sonntag, 18.
März 2007,
11.00 – 12.30 Uhr
Sichtbare
Musik (visual music)
Eine musikalische Geste
ist immer auch mit einer Körperbewegung verbunden und
damit stets hörbar UND sichtbar. Manche Musiker kann
man aus diesem Grunde nur mit geschlossenen Augen ertragen,
weil ihre Bewegungen die Musik stören, anderen möchte
man beim Musizieren unbedingt zusehen. Wenn neben Instrumenten
auch klingende Materialien und Aspekte des Raumes einbezogen
werden, wird das Sichtbare ganz ausdrücklich zum Bestandteil
der Aufführung. Über die Balance zwischen Hör-
und Sichtbaren, über Übergänge vom einen
ins andere, über spartenübergreifende Kontrapunktik
und Homogenität wird es in dieser Veranstaltung gehen.
Beispiele aus der Arbeit des Improvisations- und Performance-Ensembles
EX TEMPORE, grundsätzliche Überlegungen und praktische
Versuche werden dieses Themenfeld von verschiedenen Seiten
beleuchten.
Matthias Schwabe
Matthias
Schwabe,
studierte Komposition und Musiktheorie in Karlsruhe und
Hamburg. Ausbildung und Mitarbeit bei Lilli Friedemann in
Musikalischer Gruppenimprovisation. Seit 1984 freiberuflich
tätig in Berlin als Komponist, Improvisator, Musikpädagoge
und Musikpädagogik-Autor. Gründungsmitglied des
Improvisationsensembles “Ex Tempore“. Fortbildungstätigkeit
im Bereich kreativer Musikpädagogik im In- und Ausland.
Lehraufträge am Sozialpädagogischen Institut Berlin
und an der Universität der Künste Berlin. Zahlreiche
Veröffentlichungen über musikalische Improvisation
und Kreativität. Vorsitzender des international tätigen
Rings für Gruppenimprovisation www.impro-ring.de.
Herausgeber des Ringgesprächs über Musikalische
Gruppenimprovisation, der einzigen deutschsprachige Fachzeitung
zu Theorie und Praxis improvisierter Musik. Gründer
und Leiter des Veranstaltungs- und Fortbildungszentrums
für improvisierte Musik exploratorium berlin. www.exploratorium-berlin.de
www.matthiasschwabe.com
Gruppe EX TEMPORE
Eiko Yamada Blockflöten, Klavier, Schlagzeug, klingende
Materialien
Herwig von Kieseritzky Oboe, Klavier, Schlagzeug, klingende
Materialien
Matthias Schwabe Querflöte, Viola, Klavier, Schlagzeug,
klingende Materialien
Die Gruppe EX TEMPORE entstand 1986 aus einem Kreis improvisierender
Musiker um die Geigerin Lilli Friedemann. Zunächst
stand die freie Improvisation Neuer Musik im Mittelpunkt
der Arbeit. Durch neue Erfahrungen, u.a. in der Zusammenarbeit
mit anderen Künstlern aus den Bereichen Bildende Kunst,
Tanz und Theater, entwickelte die Gruppe daneben eine Art
musikalischer Performance, bei der bestimmte Ideen (z.B.
Materialvorgaben, Bewegungsarten, Ordnungen im Raum bis
hin zu geplanten Abläufen) als Rahmen wirken, der dann
improvisatorisch gefüllt wird. Außer dem sparsamen
Einbezug szenischer Elemente in die Improvisation und der
Verwendung von Materialien (anstelle von Instrumenten) spielt
hierbei auch der jeweils umgebende Raum als vorgegebene
situative Bedingung eine größere Rolle für
die Konzeption eines Stückes.
Aufführungen in München, Frankfurt, Hamburg und
Berlin, hier u.a. an der Hochschule der Künste (1987),
im Hamburger Bahnhof anlässlich der Ausstellung “ZEITLOS”
(1988), in der Akademie der Künste (West) als Finale
der André-Thomkins-Retrospektive (1989) und im Rahmen
der Ausstellung “Mathias Goeritz - el eco” (1992),
im Martin-Gropius-Bau (1991), im Konzerthaus (1995) in der
Werkstatt der Kulturen (1999) und zur Jahrtausendwende im
Kammermusiksaal der Philharmonie.
Kompositionsstipendium 1990 und Kompositionsauftrag 1993
der Senatsverwaltung für kulturelle Zusammenarbeit
in Berlin. 1997/98 Kompositionspreis beim Chorwettbewerb
des Deutschen Musikrats.
4
Matineen: Musik,
Reflexion & Diskussion
Musikakademie, Haus Kleinbasel, Rebgasse
70, 4058 Basel
Sonntag, 11.00 – 12.30 Uhr
11. Februar 2007mit
Mischa Käser:
18. März 2007 mit Matthias Schwabe:
Sichtbare Musik
(visual music)
29. April 2007 mit Sylwia Zytynska:
Geste(r)n und Morgen
13. Mai 2007 mit Peter Baumgartner:
Kritik der Geste
1
Soiree: 4
Porträts
Gare du Nord, im Badischen
Bahnhof, Schwarzwaldallee 200, 4058 Basel
Samstag, 2. Juni 2007
18.00
1. Porträt (genaue Angaben folgen)
19.00
2. Porträt
20.00
3. Porträt
21.00
4. Porträt
Mischa
Käser –
Stimme, Hansjürgen
Wäldele - Oboe,
Nicolas
Rihs - Fagott,
Matthias Schwabe – Klavier,
Sylwia Zytynska – Schlagzeug,
Peter Baumgartner –
Powerbook
20.-/10.-* pro Matinee, 30.-/20.-/10.-*
Soiree, 80.-/60.-/40.-* alle Matineen inkl. Soiree
*Ermässigung für
SchülerInnen und StudentInnen bis 25 Jahre
Der Eintritt gilt für
alle 4 Porträts am 2. Juni

Herzlichen
Dank
der Musik-Akademie
der Stadt Basel - Allgemeine Musikschule (Freie Kurse),
dem Fachausschuss BS/BL Musik, der Schweizer Kulturstiftung
Pro Helvetia, dem Migros Kulturprozent, der Kulturstiftung
Winterthur, der Artephila Stiftung für ihre Unterstützung
!
. 
. 

frühere Veranstaltungen:
14.
Dezember 2003
Matthias
Arter
Ensemble: Ist ein Solist einsam? Verderben
viele Köche den Brei?
25. Januar
2004
Rudolf
Lutz
Idiom und Freiheit: Von stilistischen Einschränkungen
und einigen illusionären Visionen.
14. März
2004
Alfred
Zimmerlin
Plan: Theoriebildung in der Improvisation.
Beobachtungen an den Wurzeln
der Musik.
25. April
2004
Walter
Fähndrich
Halt und Makel: Gibt es objektive Qualitätskriterien
für Musik?
Kann eine Improvisation "scheitern"?
6. Juni
2004
John
P. MacKeown
Spiel: Der Homo ludens in der Musik. Eine
etwas verspielte Musikgeschichte
16.
Januar 2005
Peter
K Frey
Improvisierte Musik im Internet:
Möglichkeiten dieses Mediums für die improvisierte
Musik
27.
Februar 2005
Marianne
Schuppe
An den Rändern der Sprache:
vom Spiel mit Bedeutungen
22.
Mai 2005
Christoph
Schiller
Präparieren,
Manipulieren:
die Bedeutung der sogenannten Klangforschung in der improvisierten
Musik
19.
Juni 2005
Lukas
Rohner
Mehrstimmiges
Blasen:
Begegnungen von Mehrklängen auf Oboe und Fagott mit
neuerfundenen Tastenblasinstrumenten
12.
Juni 2005
“Faites
vos Jeux”
Nocturne-Konzert:
Peter K Frey-
Kontrabass, Marianne
Schuppe
- Stimme, Christoph Schiller - Klavier, Lukas Rohner - Tastenblasinstrumente,
Hansjürgen Wäldele - Oboe, Nicolas Rihs
- Fagott
22.
Januar 2006
Urban Mäder
Es
gibt nur Improvisation
12.
Februar 2006
Philippe
Micol
Improvisation: Die
Kraft der Freiheit
26.
März 2006
Michel
Seigner
"Freie Improvisation"- Ein irreführender
Begriff
7.
Mai 2006
Hans-Jürg
Meier
Formale Verpflichtungen aus dem Moment
1.
Juni 2006
Nocturne-Konzert
von
und mit: Hans-Jürg Meier – Blockflöten,
Hansjürgen
Wäldele - Oboe,
Philippe Micol – Klarinette/Saxophon, Nicolas
Rihs - Fagott, Michel
Seigner – Gitarre/Electronics, Urban Mäder –
Klavier