Claudia
Ulla Binder: Keine Improvisation ist ohne Voraussetzung.
Trotzdem stelle ich mir oft vor, einen leeren, mir unbekannten
Raum zu betreten. Ein Schritt folgt dem nächsten,
ein Ton ergibt sich aus dem anderen. Wiederholung
und Schematismus sind ungeliebt, aber unvermeidlich. Niemand
kann sich in jedem Moment komplett neu erfinden. Ich versuche,
wach zu sein und verschiedene Optionen wahrzunehmen. Einen
solchen musikalischen Handlungsspielraum zu kreieren und
auszuschöpfen empfinde ich immer aufs Neue als Herausforderung
und im Falle des elingens als Befriedigung.
John
Butcher: From an Interview with Caroline Kraabel published
in Resonance 10/2.
CK. So why is improvising important?
JB. That's a good question - erm... It’s tricky,
because I chose it as a way of working quite a long time
ago. It didn't come overnight, and back then it was also
an ideological choice - not a genre choice, You know -
"I play a bit of Improv". Now, I can't think
of any other way I can lead a musical life that involves
things to do with physical playing, with composition,
with sound research, things to do with being in performance
situations where it's possible to come out of it with
something I couldn't possibly have envisioned beforehand.
Jacques
Demierre: Le peintre Wilhelm de Kooning disait: "je
peins vite, c'est comme traverser une rue." Ecrire,
improviser, composer, avec le mouvement, dans le mouvement.
Isabelle
Duthoit: .....Beaucoup est non disponsible..
Malcolm
Goldstein: Soundings/improvisations: Ich folge der
Linie, werde durch sie geformt, gebe ihr nach, waehrend
ich sie forme, wie ein Bach nach dem Regen, der durch
Schmutz, Felsen, Baume und Gras stroemt, subtile neue
Windungen und Biegungen findet, waehrend sich die Dinge
bewegen, waehrend sie im Fluss bewegt werden.
Fritz
Hauser: Improvisation ist die Zuspitzung der künstlerischen
Verhältnisse im Hier und Jetzt. : Improvisation
ist die Zuspitzung der künstlerischen Verhältnisse
im Hier und Jetzt.
Matthias
Kaul: Hm, ich rede eigentlich nicht öffentlich
über das Improvisieren, glaube ich zumindest …
Lauren
Newton: When do sounds equal music? Music has a life
of its own. I want to let it come through my voice.
"The job of the artist is always to deepen the mystery."
francis bacon
Thomas
Meyer: Über Improvisation zu schreiben, empfinde
ich nach Jahren des klassischen und das heisst: werk-
und interpretationsbezogenen Musikjournalismus immer noch
als etwas vom Anspruchsvollsten.
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Hans-Jost
Frey: Das Unvorhergesehene als unkontrollierbar anzuerkennen
und nach Möglichkeiten zu fragen, damit umzugehen,
wo immer es in Erwartetes einbricht, kann Überlegungen
anregen, welche die Grenze des Planbaren erkunden. Alle
Formen von Improvisation haben ihren Ort an dieser Grenze.
(Hans-Jost Frey, Theorie des Unvorhergesehenen)
Mit dem Einfall verbunden
ist die Ahnung seiner Möglichkeiten. Er ist dazu
da, dass man etwas aus ihm macht. Es kommt weniger darauf
an, wie er zustande und woher er kommt, als darauf, was
aus ihm wird. Er enthält mehr, als er ist, strahlt
aus, hat Folgen.
Es gibt Einfälle
die von sich aus über sich hinaus drängen, eine
Erwartung in sich haben, die keine Ruhe lässt, auch
wenn man noch kaum weiss, worauf sie sich erstreckt. Andere
allerdings scheinen in sich selbst zu ruhen, sind Augenblicke
der unverhofften Erfüllung, die nichts offen lässt,
und über die, wenn sie eintritt, nichts hinausgeht.
In ihnen scheint bereits
verwirklicht, was sie ermöglichen.
Die Möglichkeit,
das was unvorhergesehen geschieht, und sein Unvorhergesehensein
auseinanderzuhalten, erklärt auch, warum man Unvorhergesehenes
zwar nie voraussieht, wohl aber erwarten kann, dass Unvorhergesehenes
geschieht.
(Hans-Jost Frey, Versuch über das Unvorhergesehenen)
Christian
Kaden: Musik gewinnt sich aus Lebensprozessen ihre
Form - und sie gibt dem Lebendigen Form zurück.
Kjell
Keller: Manche Älteren hängen mehr oder
minder forciert und hilflos sich ans jeweils Jüngste,
um nicht zum alten Eisen geworfen zu werden. (Th.W.Adorno,
vers une musique informelle)
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Sebastian
Kiefer: Inwiefern macht das Wissen des Hörers
darum, daß die Klangfolgen das Ergebnis von „Improvisation“
sind, einen ästhetischen Unterschied / Unvorhersehbarkeit
kann Unvorhersehbarkeit für den Spieler oder für
den Hörer meinen und das sind zwei völlig unterschiedliche
Dinge / Weshalb sollten Klangstrukturen dadurch gewinnen,
daß man sich verbietet, Korrekturen seiner Einfälle
vorzunehmen, bevor man sie einem Publikum vorführt.
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Claus-Steffen
Mahnkopf: Ist nicht an interpretierter Musik das Wesentliche,
was wie improvisiert scheint?
Roland
Moser: Einsatz verpasst? Ein Satz für...
Urs
Peter Schneider: Versus ist schon mal gut - und ob!
Hans
Wüthrich: “Eine Idee kann, isolirt betrachtet,
sehr unbeträchtlich und sehr abenteuerlich seyn,
aber vielleicht wird sie durch eine, die nach ihr kommt,
wichtig” (Friedrich Schiller, Brief an Gottfried
Körner)
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Dieter
A. Nanz : Perspektiven frei improvisierter Musik,
Die Basler Improvisationsmatineen 2008
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