Aspekte der Freien Improvisation
vom
Potential einer musikalischen Geste
In der kleinsten musikalischen Geste
schlummert oft im Keim eine ganze Oper.
Wird ein wacher Geist das Mögliche hörend erkennen
und mit leidenschaftlichem Geschick die bezauberndsten Klänge
und phantastischsten Welten schöpfen?
In unserer Reihe „Aspekte der Freien Improvisation“
suchen wir mit unseren Gästen und dem Publikum neue
Wege der Auseinandersetzung mit musikalischen Grundfragen.
Hansjürgen
Wäldele, Nicolas Rihs und Gäste
3.
Matinee:
Hansjürgen
Wäldele, Nicolas Rihs und Sylwia
Zytynska
Musikakademie,
Haus Kleinbasel, Rebgasse 70, 4058 Base
Sonntag, 29.
April 2007, 11.00
– 12.30 Uhr
Geste(r)n und Morgen
Die
Suche nach dem selbstbestimmten Moment
Ich habe grossen Spass am
Improvisieren gefunden, und überhaupt habe ich es satt
immer nur Musik von anderen zu spielen. Improvisieren ist
für mich nur als "Gespräch" spannend,
mit ein, zwei, vielleicht drei Leuten. Es geht mir nicht
darum perfekte Stücke zu improvisieren, sondern es
gefällt mir eben besonders, fortwährend alles
Gespielte in Frage zu stellen, Pläne umzuwerfen und
neue Wege zu suchen. Das Ganze ist ein Spiel, bei dem man
musikalisch über die eigenen Bedingungen reflektiert
und auch mal die Spielregeln verwirft. Es geht mir aber
vor allem um Leichtigkeit, darum das Spielen zu geniessen.
Nie weiss ich vorher, was
mich erwartet, weder von mir selbst noch von meinem Gegenüber.
Die Improvisation sprudelt aus dem Jetzt, auch wenn sie
sich natürlich in der Zeit konstruiert.
Früher ist mir das
Improvisieren anderer immer als eine sehr private Beschäftigung
erschienen. Nun denke ich, dass es gelingen kann, dass Improvisation
über reine Nabelschau hinausgehen kann, eine muskalische
Geltung haben kann. Ich denke, ein spannendes "musikalisches
Gespräch", quasi eine gelungene Improvisation,
kann genauso für andere interessant sein, wie eben
ein sehr pointiertes oder spannendes öffentliches Gespräch.
Darum ist es sehr wichtig wer, wo, mit wem "spricht/spielt"
und auch worüber. Mit dem Gesprächscharakter der
Improvisation meine ich nicht ein rhetorisches Verhalten,
sondern eine emotional und geistig offene Situation zwischen
den Beteiligten.
Improvisation sollte doch
eigentlich das Brot aller Musiker sein, das Bedürfnis
selbst aus dem Bauch, aus dem Kopf die eigene Musik zu machen.
Mir zumindest geht es so.

Sylwia Zytynska
1963 in Warszawa (Polen)
geboren
Sylwia Zytynska studierte Schlagzeug an der Akademia Muzyczna
in Krakow und an der Musikhochschule Basel
Seither konzertierte Sie als Solistin und Kammermusikerin
auf vielen Bühnen der zeitgenössischen Musik und
spielte zahlreiche CD- und Rundfunk-Aufnahmen ein.
Sie war über 10 Jahre ein festes Mitglied des „Ensembles
13“ in Karlsruhe,
spielte viele Konzerte im Duo mit dem Geiger Egidius Streiff,
sowie auch mit dem Quartett „e-motion“ (mit
dem Saxophonisten Marcus Weiss, dem Gitarristen Maurizio
Grandinetti und dem Pianisten Paolo Alvarez).
In den letzten Jahren stehen vermehrt eigene Projekte, Performances
und Kompositionen im Mittelpunkt ihres Schaffens.
Seit vier Jahren verbindet sie mit Marianne Schuppe (Stimme)
und Alfred Zimmerlin (Cello) eine intensive Improvisationsarbeit.
Ihr besonderes Interesse für Musiktheater, Neue Musik
und Performances führte sie 1991 zum Festival „Neue
Musik Rümlingen“, wo sie seither in der Programmgruppe
mitwirkt.
Sylwia Zytynska unterrichtet seit 1985 Schlagzeug an der
Musik-Akademie der Stadt Basel.
Seit Oktober 2004 leitet Sie Im Gare des Nord im Basel,
ein eigenes Gross-Projekt für Kinder und mit Kindern,
den „Gare des Enfants“.
Sie war Composer of the Week beim „Musikmonat“
2001 in Basel und erhielt im selben Jahr den Kulturpreis
der Alexander Clavel- Stiftung.
Sylwia Zytynska hat zwei Kinder und lebt in Basel.
4
Matineen: Musik,
Reflexion & Diskussion
Musikakademie, Haus Kleinbasel, Rebgasse
70, 4058 Basel
Sonntag, 11.00 – 12.30 Uhr
11. Februar 2007mit
Mischa Käser:
18. März 2007 mit Matthias Schwabe:
Sichtbare Musik
(visual music)
29. April 2007 mit Sylwia Zytynska:
Geste(r)n und Morgen
13. Mai 2007 mit Peter Baumgartner:
Kritik der Geste
1
Soiree: 4
Porträts
Gare du Nord, im Badischen
Bahnhof, Schwarzwaldallee 200, 4058 Basel
Samstag, 2. Juni 2007
18.00
1. Porträt (genaue Angaben folgen)
19.00
2. Porträt
20.00
3. Porträt
21.00
4. Porträt
Mischa
Käser –
Stimme, Hansjürgen
Wäldele - Oboe,
Nicolas
Rihs - Fagott,
Matthias Schwabe – Klavier,
Sylwia Zytynska – Schlagzeug,
Peter Baumgartner –
Powerbook
20.-/10.-* pro Matinee, 30.-/20.-/10.-*
Soiree, 80.-/60.-/40.-* alle Matineen inkl. Soiree
*Ermässigung für
SchülerInnen und StudentInnen bis 25 Jahre
Der Eintritt gilt für
alle 4 Porträts am 2. Juni

Herzlichen
Dank
der Musik-Akademie
der Stadt Basel - Allgemeine Musikschule (Freie Kurse),
dem Fachausschuss BS/BL Musik, der Schweizer Kulturstiftung
Pro Helvetia, dem Migros Kulturprozent, der Kulturstiftung
Winterthur, der Artephila Stiftung für ihre Unterstützung
!
. 
. 

frühere Veranstaltungen:
14.
Dezember 2003
Matthias
Arter
Ensemble: Ist ein Solist einsam? Verderben
viele Köche den Brei?
25. Januar
2004
Rudolf
Lutz
Idiom und Freiheit: Von stilistischen Einschränkungen
und einigen illusionären Visionen.
14. März
2004
Alfred
Zimmerlin
Plan: Theoriebildung in der Improvisation.
Beobachtungen an den Wurzeln
der Musik.
25. April
2004
Walter
Fähndrich
Halt und Makel: Gibt es objektive Qualitätskriterien
für Musik?
Kann eine Improvisation "scheitern"?
6. Juni
2004
John
P. MacKeown
Spiel: Der Homo ludens in der Musik. Eine
etwas verspielte Musikgeschichte
16.
Januar 2005
Peter
K Frey
Improvisierte Musik im Internet:
Möglichkeiten dieses Mediums für die improvisierte
Musik
27.
Februar 2005
Marianne
Schuppe
An den Rändern der Sprache:
vom Spiel mit Bedeutungen
22.
Mai 2005
Christoph
Schiller
Präparieren,
Manipulieren:
die Bedeutung der sogenannten Klangforschung in der improvisierten
Musik
19.
Juni 2005
Lukas
Rohner
Mehrstimmiges
Blasen:
Begegnungen von Mehrklängen auf Oboe und Fagott mit
neuerfundenen Tastenblasinstrumenten
12.
Juni 2005
“Faites
vos Jeux”
Nocturne-Konzert:
Peter K Frey-
Kontrabass, Marianne
Schuppe
- Stimme, Christoph Schiller - Klavier, Lukas Rohner - Tastenblasinstrumente,
Hansjürgen Wäldele - Oboe, Nicolas Rihs
- Fagott
22.
Januar 2006
Urban Mäder
Es
gibt nur Improvisation
12.
Februar 2006
Philippe
Micol
Improvisation: Die
Kraft der Freiheit
26.
März 2006
Michel
Seigner
"Freie Improvisation"- Ein irreführender
Begriff
7.
Mai 2006
Hans-Jürg
Meier
Formale Verpflichtungen aus dem Moment
1.
Juni 2006
Nocturne-Konzert
von
und mit: Hans-Jürg Meier – Blockflöten,
Hansjürgen
Wäldele - Oboe,
Philippe Micol – Klarinette/Saxophon, Nicolas
Rihs - Fagott, Michel
Seigner – Gitarre/Electronics, Urban Mäder –
Klavier